Fatigue nach Sturz: Ursachen, Behandlung und Prävention von Hirnblutungen

Ein Sturz kann schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn er zu einer Hirnblutung führt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen im Zusammenhang mit Fatigue und Hirnblutungen nach einem Sturz.

Einführung

Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Gehirnverletzung, die durch äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf verursacht wird. Die häufigste Form des SHT ist die Gehirnerschütterung (Commotio cerebri), ein leichtes SHT. Obwohl die meisten Betroffenen sich vollständig erholen, können in einigen Fällen schwerwiegendere Komplikationen wie Hirnblutungen und langfristige Beschwerden wie Fatigue auftreten.

Ursachen von Hirnblutungen nach einem Sturz

Ein Sturz kann verschiedene Arten von Hirnblutungen verursachen, darunter:

  • Epiduralhämatom: Eine Blutung zwischen Schädeldecke und harter Hirnhaut, oft durch einen Riss arterieller Gefäße verursacht.
  • Subduralhämatom: Eine Blutung zwischen harter Hirnhaut und Gehirn, häufiger bei älteren Menschen.
  • Intracerebrale Blutung: Eine Blutung im Gehirngewebe selbst.

Das Risiko für intrakranielle Verletzungsfolgen hängt maßgeblich von verschiedenen Risikofaktoren ab, darunter fokale neurologische Symptome, äußere Zeichen eines SHT, Bewusstseinsverlust und männliches Geschlecht. Auch die Einnahme von Antikoagulantien (blutverdünnende Medikamente) kann das Risiko für verzögerte Hirnblutungen erhöhen.

Fatigue nach einem Schädel-Hirn-Trauma

Fatigue ist ein häufiges Symptom nach einem Schädel-Hirn-Trauma und kann sich in Form von Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und Antriebslosigkeit äußern. Sie kann sowohl körperliche als auch geistige Aspekte umfassen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

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Ursachen von Fatigue nach SHT

Die Ursachen von Fatigue nach einem SHT sind vielfältig und können neurologische, psychologische und physiologische Faktoren umfassen. Dazu gehören:

  • Direkte Hirnschädigung: Die Verletzung des Gehirns kann zu einer Störung der neuronalen Netzwerke führen, die für die Steuerung von Aufmerksamkeit, Motivation und Energie zuständig sind.
  • Schlafstörungen: Schlafstörungen sind häufig nach einem SHT und können die Fatigue verstärken.
  • Psychische Belastungen: Angst, Depressionen und Stress können ebenfalls zu Fatigue beitragen.
  • Hormonelle Veränderungen: Ein SHT kann zu Veränderungen im Hormonhaushalt führen, die Fatigue verursachen können.

Behandlung von Fatigue nach SHT

Die Behandlung von Fatigue nach einem SHT ist multimodal und umfasst in der Regel eine Kombination aus:

  • Körperlicher und geistiger Ruhe: In der Akutphase ist es wichtig, sich ausreichend zu schonen und körperliche und geistige Anstrengungen zu vermeiden.
  • Schrittweise Steigerung der Aktivität: Nach der Ruhephase sollte die Aktivität langsam gesteigert werden, um eine Überlastung zu vermeiden.
  • Schlafhygiene: Eine gute Schlafhygiene ist wichtig, um Schlafstörungen zu behandeln und die Fatigue zu reduzieren.
  • Psychotherapie: Eine Psychotherapie kann helfen, psychische Belastungen wie Angst und Depressionen zu bewältigen, die zur Fatigue beitragen.
  • Medikamentöse Behandlung: In einigen Fällen können Medikamente zur Behandlung von Fatigue eingesetzt werden, z.B. Antidepressiva oder Stimulanzien.
  • Physiotherapie: Bei anhaltenden Beschwerden wie Schwindel, Kopf- und Nackenschmerzen können physiotherapeutische Verfahren helfen.

Behandlung von Hirnblutungen

Die Behandlung von Hirnblutungen hängt von der Art, Größe und Lokalisation der Blutung ab. Mögliche Behandlungsoptionen sind:

  • Konservative Behandlung: Bei kleinen Blutungen kann eine Überwachung und symptomatische Behandlung ausreichend sein.
  • Medikamentöse Behandlung: Medikamente können eingesetzt werden, um den Hirndruck zu senken und Krampfanfälle zu verhindern.
  • Chirurgische Behandlung: Bei größeren Blutungen oder erhöhtem Hirndruck kann eine Operation erforderlich sein, um das Blut zu entfernen und den Druck auf das Gehirn zu entlasten. Dies kann beispielsweise durch eine Trepanation ("Öffnung des Schädels") erfolgen. Auch das Einbringen einer Sonde (extraventrikuläre Drainage, EVD) kann notwendig sein.
  • Thrombektomie: Im Bereich der Thrombektomie gibt es tatsächlich Heilungserfolge, die an Wunderheilung grenzen kann: Es gibt Fälle, in denen der Patient mit einer schwerstgradigen Lähmung in die Klinik kommt und bei Entlassung eine Woche später keinerlei Einschränkungen mehr hat - sofern er nach dem Schlaganfall schnell in die Klinik gebracht wurde. Das ist gar nicht mal so selten und natürlich ein riesiger Erfolg der medizinischen Therapie.

Prävention von Stürzen und Hirnblutungen

Die beste Prävention von Hirnblutungen nach einem Sturz ist die Vermeidung von Stürzen. Hier sind einige Maßnahmen, die dazu beitragen können:

  • Stolperfallen beseitigen: Im Haus sollten Stolperfallen wie lose Teppiche, Kabel und unordentliche Gegenstände entfernt werden.
  • Gute Beleuchtung: Eine gute Beleuchtung in allen Räumen und auf Treppen ist wichtig, um Stürze zu vermeiden.
  • Bewegung und Koordination: Regelmäßige Bewegungs- und Koordinationsübungen können helfen, die Muskulatur und den Gleichgewichtssinn zu stärken, um Stürzen vorzubeugen.
  • Hilfsmittel: Bei Bedarf sollten Hilfsmittel wie Gehstöcke oder Rollatoren verwendet werden.
  • Medikamentenüberprüfung: Die Einnahme von Medikamenten, die das Sturzrisiko erhöhen können, sollte mit dem Arzt besprochen werden.
  • Regelmäßige Augenuntersuchungen: Sehprobleme können das Sturzrisiko erhöhen. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind daher wichtig.
  • Kindersicherheit: Kinder sollten im Auto nur in einem passenden Kindersitz mitgenommen werden. Mögliche Gefahrenquellen wie Treppen und Balkone sind abzusichern und Regale und Fernseher sollten kippsicher aufgestellt werden. Säuglinge dürfen nie unbeobachtet auf der Wickelkommode liegen gelassen werden. Eltern sollten für rutschfeste Socken oder Hausschuhe sorgen. Spiel- und Klettergerüste im Garten sollten nur auf weichem Boden und nicht zu nah aneinander aufgestellt werden. Kinder sollten erst ab dem Grundschulalter in Hochbetten schlafen. Kinder unter 12 Jahren sollten auf Kopfbälle verzichten.

Schlaganfall-Prävention

Da ein Schlaganfall auch eine Ursache für plötzliche Stürze sein kann, ist es wichtig, die Risikofaktoren für einen Schlaganfall zu kennen und zu minimieren. Die Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall sind Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Andere relevante Risikofaktoren sind Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Fettstoffwechselstörung. Die besten Tipps zur Prävention eines Schlaganfalls sind die Vermeidung dieser Risikofaktoren:

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  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene, mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, wenig Fleisch und wenig Alkohol ist empfehlenswert.
  • Ausreichend Bewegung: 20 bis 30 Minuten Bewegung pro Tag, bei der man leicht schwitzt, ist ideal.
  • Behandlung von Risikofaktoren: Vorliegende Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck sollten behandelt werden.
  • Schlaganfall-Risikotest: Ein Selbsttest zur Einschätzung des persönlichen Schlaganfall-Risikos kann hilfreich sein. Bei einem auffälligen Test sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Sinusvenenthrombose (SVT)

Eine Sinusvenenthrombose (SVT) ist ein Blutgerinnsel in den großen Venen im Gehirn. Sie macht etwa 1 % aller Schlaganfälle aus. Häufiges Anzeichen ist starker Kopfschmerz. Weitere Symptome sind unter anderem Lähmungen, zentrale Gefühlsstörungen, Störungen der Sprache oder des Gesichtsfelds. Die Behandlung der Wahl ist die umgehende Antikoagulation (Blutgerinnungshemmung) mit Heparinen nach Diagnosesicherung. Die Prognose der SVT ist generell gut.

Erste Hilfe bei Schlaganfall

Es ist wichtig, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen und im Notfall schnell zu handeln. Typische Symptome sind:

  • Einseitige Lähmung des Gesichts (hängender Mundwinkel)
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schwindel

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kann die betroffene Person beruhigt und vor Stürzen geschützt werden. Die Erstversorgung in einer Stroke Unit ist essentiell.

Rehabilitation nach Schädel-Hirn-Trauma

Im Anschluss an die Akutbehandlung im Krankenhaus ist oft eine stationäre Rehabilitation sinnvoll. Der Rehabilitations- und Heilungsverlauf nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann je nach Schwere der Verletzungen mehrere Monate bis Jahre dauern. Es gibt spezialisierte neurologische Reha-Einrichtungen, die den Patienten helfen, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und den Alltag wieder selbstständig zu bewältigen.

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