Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Viele Menschen suchen nach alternativen Behandlungsmethoden, um die Einnahme von Schmerzmitteln zu reduzieren. In diesem Zusammenhang hat sich die Homöopathie als eine mögliche Option etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Gelsemium Globuli bei Migräne und Kopfschmerzen und gibt Hinweise zur Anwendung.
Homöopathie bei Kopfschmerzen: Ein Überblick
Die Homöopathie ist ein alternatives Heilverfahren, das auf dem Prinzip "Ähnliches soll mit Ähnlichem behandelt werden" basiert. Das bedeutet, dass ein Patient ein homöopathisches Mittel erhält, welches in seiner Reinform bei gesunden Menschen ähnliche Beschwerden auslösen würde, wie die, unter denen der Patient leidet. Viele Migränepatienten wünschen sich, dass die homöopathische Behandlung als Teil eines umfassenden Migräne-Therapieplans anerkannt wird. Die Homöopathie kann bei verschiedenen Arten von Kopfschmerzen eingesetzt werden, wobei die Auswahl des geeigneten Mittels von der individuellen Erscheinungsform und den Auslösern der Beschwerden abhängt. Es ist wichtig zu beachten, dass Homöopathika nur bei Kopfschmerzen eingesetzt werden sollten, die einer nachvollziehbaren Ursache zugeordnet werden können. Bei starken und plötzlich auftretenden Schmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden, insbesondere wenn die Ursache unklar ist oder zusätzliche Symptome auftreten.
Gelsemium: Ein wichtiges homöopathisches Mittel
Gelsemium ist ein homöopathisches Mittel, das aus der Pflanze Gelsemium sempervirens (Gelber Jasmin) gewonnen wird. Es wird häufig bei Störungen des Nervensystems, grippalen Infekten, Kopfschmerzen, Migräne und psychischen Beschwerden wie Prüfungsangst eingesetzt. Auffällig bei Gelsemium ist, dass die einzelnen Symptome sehr langsam auftreten und häufig auf der rechten Seite zuerst auftreten.
Anwendungsgebiete von Gelsemium
Gelsemium eignet sich bei Personen, bei denen folgende Erkrankungen bzw. Symptome auftreten:
- Erwartungsangst (z. B. Flug- oder Prüfungsangst)
- Abneigung gegen Gesellschaft
- Durchfall (Diarrhoe)
- Schwäche auf allen Ebenen (geistig, emotional, körperlich) und Erschöpfungssyndrom
- Muskelschwäche und Paresen (Lähmungen)
- Tremor (unwillkürliches, sich rhythmisch wiederholendes Zusammenziehen einander entgegengesetzter Muskelgruppen)
Gelsemium bei Migräne und Kopfschmerzen
Gelsemium kann bei Migräne und Kopfschmerzen helfen, die mit folgenden Symptomen einhergehen:
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- Extreme Kopfschmerzen, die im Hinterkopf beginnen und sich nach vorne ausbreiten
- Müdigkeit, Stumpfheit, Zittern, Heiserkeit mit Stimmverlust
- Schlaflosigkeit durch Erschöpfung und Gedankenkreisen
- Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit und Übere Genauigkeit
- Angst vor öffentlichen Auftritten
Geist- und Gemütssymptome von Gelsemium
Gelsemium zeigt einen Mangel an Willenskraft und Selbstvertrauen, Feigheit, fühlt sich überfordert und dem täglichen Leben, seiner Arbeit und seiner Verantwortung nicht gewachsen. Gelsemium hat außerdem enorme Erwartungsangst, Furcht vor dem Versagen bei Prüfungen und Lampenfieber, ist schüchtern in der Öffentlichkeit. Furcht vor neuen Aufgaben, vor Verabredungen und Arztbesuchen zählen ebenfalls zu den Geist- und Gemütssymptomen von Gelsemium. Auch geistige Verlangsamung und Schwäche zeichnen Gelsemium aus. Gelsemium denkt lange, sitzt unbeweglich und brütet, die Augen dabei geschlossen, aber bei Bewusstsein, beschreibt das eigene Denken als stumpf und ist vergesslich und verwirrt über seine Identität, hält sich für jemanden anderen oder meint, krank zu sein. Gelsemium hat außerdem das Gefühl, er müsse sich bewegen, damit das Herz nicht aufhört zu schlagen und hat Depressionen und Kummer, kann aber nicht weinen. Bei der Angst zu fallen oder wenn sich ein Kind an seine Mutter klammert und nach Schutz und Halt sucht, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, bei Höhenangst oder der Angst vor der Außenwelt (Agoraphobie) und Furcht vor Menschenmengen ist Gelsemium gleichfalls angezeigt. Zudem verliert Gelsemium die Stimme und zittert vor Angst, fühlt sich praktisch wie gelähmt und hat Angst vor dem Verlust der Selbstkontrolle. Gelsemium hat auch eine Abneigung gegen Kommunikation, eine Abneigung zu sprechen oder jemanden in der Nähe zu haben, auch wenn dieser nichts sagt. Gelsemium ist schlaflos durch Erschöpfung und Erwartungsangst oder durch Aufregung, Kummer oder Zahnung und möchte nur bei Licht einschlafen. Der Schlaf ist leicht und ruhelos nach Mitternacht.
Modalitäten von Gelsemium
Die Beschwerden von Gelsemium verschlimmern sich durch:
- Zugluft
- Kälte
- Nach langem Schlaf
Dosierung und Anwendung von Gelsemium Globuli
Bei der Dosierung von homöopathischen Mitteln sollten verschiedene Dinge beachtet werden. Zum einen muss man wissen, wie viele Globuli man jeweils einnehmen sollte. Hierzu finden sich in der Packungsbeilage Anwendungshinweise. Oft finden sich hier auch Angaben zur Akutdosierung. Darüber hinaus sollte man auch ein grundlegendes Wissen über die Potenzen haben.
Oft wird zur Selbstbehandlung mit Globuli die Potenz C12 gegeben. Dabei sind 2-3 Globuli üblich.
Allgemeine Hinweise zur Einnahme von Homöopathika
- Homöopathische Mittel sind empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize beeinflusst werden kann.
- Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt.
- Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben.
- Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.
- Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden.
- Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.
Weitere homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen und Migräne
Neben Gelsemium gibt es noch weitere homöopathische Mittel, die bei Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden können:
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- Belladonna: Bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
- Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, die von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
- Cyclamen europaeum: Bei Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen.
- Iris versicolor: Bei der sogenannten „Wochenendmigräne“, wenn die Migräne während Entspannungsphasen und durch Ruhe schlimmer wird.
- Sanguinaria canadensis: Bei Migräne-Schmerzen, die vor allem rechtsseitig auftreten.
- Argentum nitricum: Bei Kopfschmerzen und Migräne, die von Kälte und Zittern begleitet werden, eher linksseitig sind und mit dem Gefühl einhergehen, der Kopf oder ein Auge sei enorm vergrößert.
Schüssler Salze bei Migräne
Auch Schüssler Salze können zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Besonders geeignet ist Magnesium phosphoricum (Schüssler Salz Nr. 7), das entspannend und schmerzlindernd wirken kann. Oft werden auch verschiedene Schüssler Salze kombiniert, z. B. die Salze Nr. 7, 8 und 11.
Was man sonst noch tun kann
Neben der Einnahme von Schmerzmitteln oder homöopathischen Präparaten können auch Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden zur Linderung von Kopfschmerzen und Migräne beitragen:
- Regelmäßige Bewegung und Sport an der frischen Luft: Walken, Joggen, Schwimmen, Fahrrad fahren etc.
- Entspannungsübungen zur Stressreduktion: Autogenes Training, Yoga, Massage, Akupunktur
- Aromatherapie: Z. B. mit Pfefferminzöl
- Ausreichend Schlaf: 7-9 Stunden pro Nacht für Erwachsene
- Regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit: Der Mensch besteht zu 60-80 % aus Wasser.
- Vermeidung von Triggerfaktoren: Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln, Stress, Menstruation, etc.
- Punktuelle Kältebehandlung: Coolpack auf den Hinterkopf legen
- Massage der Schläfen und Augenbrauen
- Bewusstes Atmen und Yogaübungen
- Eine ruhige und reizarme Umgebung
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