Globuli sind ein beliebtes Mittel in der Homöopathie. Sie werden auch zur Nachbehandlung von Schlaganfällen eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Globuli, insbesondere von Arnica und Lachesis, und ihre Anwendungsgebiete im Kontext der Schlaganfall-Nachsorge.
Was sind Globuli?
Globuli sind kleine Streukügelchen, die als Träger für homöopathische Mittel dienen. Sie werden aus Zucker (Saccharose) hergestellt und mit verdünnten Wirkstoffen aus Pflanzen, Mineralien oder tierischen Substanzen imprägniert. In der Homöopathie wird das Prinzip "Ähnliches mit Ähnlichem heilen" verfolgt. Das bedeutet, dass ein Stoff, der in hoher Dosis bestimmte Symptome auslöst, in stark verdünnter Form zur Behandlung dieser Symptome eingesetzt wird.
Arnica: Erste Hilfe bei Verletzungen und Schlaganfall
Arnica montana, auch Bergwohlverleih genannt, ist eine bekannte Heilpflanze, die in der Homöopathie häufig verwendet wird. WALA Arnica e planta tota D6, Globuli velati, werden als erste Hilfe bei stumpfen Verletzungen eingesetzt und sollen Schmerzen stillen.
Anwendungsgebiete von Arnica
Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis werden Arnica-Globuli zur Anregung und Harmonisierung der Stoffwechsel- und Formprozesse bei Gewebs- und Organschädigungen eingesetzt. Dazu gehören insbesondere Schädigungen durch äußere, mechanische Einwirkung und Mangeldurchblutung (mechanische und ischämische Insulte). Konkret bedeutet dies:
- Einschränkungen der willkürlichen Beweglichkeit
- Muskelkater
- Zerrungen
- Quetschungen
- Nachbehandlung nach Herzinfarkt
- Nachbehandlung nach Schlaganfall (Apoplexie)
- Gehirnerschütterung
- Spätfolgen psychischer Schockerlebnisse
Arnica soll verletztes Gewebe ordnen und so Entzündungen hemmen. Ein Schlaganfall-Patient und eine MS-Patientin berichteten von der Linderung der Beschwerden.
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Inhaltsstoffe und Wirkungsweise von Arnica
Die gelben Blüten der Arnika sind reich an Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen, Sesquiterpenlactonen und Flavonoiden. Besonders wirksam sind die Inhaltsstoffe 2,5-Dimethoxy-p-cymol, Helenalin- und Dihydrohelenalin-Ester. Die antiseptische, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung wird vor allem den Sesquiterpenlactonen wie Helenalin zugeschrieben. Da dieser Stoff in hohen Konzentrationen sehr giftig ist, dürfen Arnikamittel nur verdünnt und äußerlich angewendet werden.
Arnica D6: Anwendung und Dosierung
Arnica D6 ist eine homöopathische Verdünnung, die bei Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen, Nasenbluten und Schwindel eingesetzt wird, wenn diese durch Traumata oder Überanstrengung verursacht wurden.
- Normaldosierung: 3-mal täglich 5 Globuli
- Kinder: Dosierung im 1. Lebensjahr 2 Globuli, bis 6 Jahre 3 Globuli, bis 12 Jahre 4 Globuli.
Lachesis: Ein weiteres homöopathisches Mittel
Lachesis muta ist das Gift der südamerikanischen Buschmeisterschlange. In der Homöopathie wird es in aufbereiteter Form als Mittel bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, insbesondere bei Frauenbeschwerden während der Pubertät und den Wechseljahren. Es soll aber auch bei Beschwerden wie Blutungsstörungen, Entzündungen, Erkrankungen des Halses und der oberen Atemwege sowie Nervenkrankheiten wirken.
Typische Anwendungsgebiete von Lachesis
Lachesis wird von Homöopathen häufig zur Behandlung chronischer Krankheiten eingesetzt. Es gibt aber auch eine Reihe akuter Beschwerden, die sich zur Selbstbehandlung mit Lachesis eignen sollen. Dazu gehören:
- Grippale Infekte
- Halsentzündungen
- Hauterkrankungen
- Beschwerden, die durch Hormonveränderungen bei Frauen auftreten
- Halsschmerzen / Angina- oft mit Kopfschmerzen
- Schnupfen (besonders Heuschnupfen)
- Grippaler Infekt
- Ohnmacht bei niedrigem Blutdruck
- Aphten und Entzündungen im Mund
- Hämorrhoiden
- Krampfadern
- Schmerzhafte Menstruation
- Nagelbettenzündung
- Wiederkehrendes Nasenbluten
- Beschwerden der Wechseljahre
- Schmerzen am Bewegungsapparat
Viele der Krankheiten, die mit Lachesis behandelt werden können, sind schwerwiegend. Der Gang zum Arzt oder der Ärztin sollte den meisten Selbstbehandlungen deshalb vorausgehen.
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Typische Symptome für die Anwendung von Lachesis
Typische Symptome, die mit Lachesis-Homöopathie behandelt werden, treten zuerst links auf und bleiben oft auch linksseitig. Beispielsweise gehört dazu ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt. Auch Schilddrüsen-Probleme, die auf der linken Seite auftreten, fallen darunter. Betroffene klagen häufig über Schluckbeschwerden und ein Engegefühl im Hals.
Außerdem sind die Beschwerden im Allgemeinen nach dem Schlafen am schlimmsten, so dass Sie sich morgens besonders schlecht fühlen.
Bei allen Beschwerden, die durch Berührungen schlimmer werden und bei denen irgendwo im Körper ein Zusammenschnürungsgefühl entsteht, sollten Sie ebenfalls an Lachesis denken. Ganz besonders deutlich lässt sich die Lachesis-Wirkung angeblich spüren, wenn sich die Symptome durch Absonderungen wie Auswurf, Nasensekret, Schweiß, Menstruation oder Durchfall bessern.
Auch eine psychische Wirkung wird Lachesis nachgesagt: Es soll bei Ängsten und Panikattacken den Betroffenen die gefühlte innere Enge nehmen.
Der Lachesis-Typ
Lachesis-Menschen werden als überaus geschwätzig beschrieben. In einem solchen Menschen stecken so viele Gedanken, dass er sie nicht für sich behalten kann. Dabei redet er so viel, dass es für Gesprächspartner oft unmöglich ist, auch nur ein Wort dazwischen zu werfen. Thematisch springt der typische Lachesis-Typ beim Gespräch ununterbrochen von einem Thema zum nächsten, so dass Sie ihm kaum folgen können.
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Weitere Charakteristika des Lachesis-Typen sind Selbstbezogenheit und Arroganz, Schlagfertigkeit, Leidenschaft und Eifersucht. Besonders Leidenschaft und Eifersucht führen dazu, dass Partnerschaften schwierig werden können.
Lachesis-Typen werden sehr besitzergreifend und anhänglich, lassen Partner oder Partnerin oft kaum Luft zum Atmen. Die misstrauische Haltung kommt nicht nur in Liebesbeziehungen auf, sondern auch bei Freunden und Familienangehörigen.
Obwohl sehr viele Lachesis-Symptome zu typisch weiblichen Beschwerden etwa in der Schwangerschaft oder während der Wechseljahre passen, ist Lachesis trotzdem ein Mittel, das auch bei Männern Verwendung findet.
Lachesis: Anwendung und Dosierung
Als Einzelmittel können Sie Lachesis sehr gut zur Selbstbehandlung von Halsschmerzen und grippalen Infekten sowie bei entzündlichen Krankheiten einsetzen. Oft führen die Besonderheiten der Symptome zur Entscheidung, die Lachesis-Wirkung auszuprobieren.
Haben Sie an sich oder Ihrem Kind entsprechende Symptome festgestellt, beginnen Sie die Selbstbehandlung mit Lachesis D6 oder Lachesis D12. Um schnell einen Erfolg zu sehen, wiederholen Sie die Gabe von drei Globuli mehrmals täglich. Lachesis D6 können Sie im Akutfall halbstündlich einnehmen, aber insgesamt nicht öfter als zehn Mal in 24 Stunden.
Sind die Beschwerden ausgeprägter, leidet der Kranke besonders oder bestehen die Beschwerden schon länger, greifen Sie am besten zu Lachesis D12. Diese Potenz sollten Sie allerdings nicht öfter als sechs Mal am Tag wiederholen.
Nach einer homöopathischen Anamnese sowie zur Selbstbehandlung von Wechseljahresbeschwerden, Krampfadern oder Hämorrhoiden können Sie auch höhere Potenzen einsetzen.
Behandeln Sie sich selbst, sollten Sie aber keine höhere Potenz als Lachesis C30 einnehmen. Hochpotenzen wie Lachesis C200 oder Lachesis C1000 sind der Verordnung durch einen klassischen Homöopathen vorbehalten.
Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Lachesis unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.
Typische Lachesis-Anwendungsgebiete und Dosierung
- Halsschmerzen / Angina: 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
- Schnupfen (besonders Heuschnupfen): 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
- Grippaler Infekt: 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
- Ohnmacht bei niedrigem Blutdruck: Akut 3 Globuli Lachesis D6. Vorbeugend 2 Globuli Lachesis C30.
- Aphten und Entzündungen im Mund: 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
- Hämorrhoiden: 2 Globuli Lachesis C30. Eine Woche lang wiederholen.
- Krampfadern: 2 Globuli Lachesis C30. Eine Woche lang wiederholen.
- Schmerzhafte Menstruation: 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
- Nagelbettenzündung: 3 Globuli Lachesis D12 zwei Mal täglich. Drei Tage lang wiederholen
- Wiederkehrendes Nasenbluten: 2 Globuli Lachesis C30. Eine Woche lang wiederholen.
- Beschwerden der Wechseljahre: 2 Globuli Lachesis C30. Eine Woche lang wiederholen. Bei akuten Beschwerden: 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
- Schmerzen am Bewegungsapparat: 3 Globuli Lachesis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Lachesis D12 bis zu sechs Mal täglich.
Arnica/Aurum II: Kombination bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Arnica/Aurum II, Globuli velati, ist ein anthroposophisches Arzneimittel, das zur Anregung der rhythmischen Organisation zur Harmonisierung von Form- und Stoffwechselprozessen bei degenerativen und kongestiven Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wird. Dazu gehören Bluthochdruck (Hypertonie), Herzenge (Stenokardie), Nachbehandlung von Schlaganfall (Apoplexie) und Herzinfarkt sowie begleitende Erregungs- und Angstzustände.
Wichtiger Hinweis
Es ist wichtig zu beachten, dass das Konzept der Homöopathie und ihre spezifische Wirksamkeit in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt sind. Bei länger anhaltenden oder schlimmer werdenden Beschwerden sollte immer ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden, um die Ursache abzuklären. Dies gilt besonders bei Erkrankungen von Babys und Kindern.
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