Musicals, Tanz und Bewegung sind nicht nur Unterhaltung, sondern können auch therapeutische Effekte haben. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Vorteile des Hip-Hop-Tanzes für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und gibt einen Überblick über aktuelle Studien und Erkenntnisse.
Einleitung: Die Bedeutung von Bewegung bei MS
Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu vielfältigen Symptomen wie Müdigkeit (Fatigue), Gleichgewichtsstörungen, Spastik und kognitiven Beeinträchtigungen führen kann. Regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivität sind wichtige Bestandteile der Therapie, um die körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
Hip-Hop-Tanz: Mehr als nur ein Tanzstil
Hip-Hop-Tanz ist eine dynamische und vielseitige Tanzform, die in den 1970er Jahren in den afroamerikanischen und lateinamerikanischen Vierteln von New York City entstanden ist. Er umfasst verschiedene Stile wie Breaking, Locking, Popping und New Style und zeichnet sich durch rhythmische Bewegungen, Improvisation und Ausdruckskraft aus.
Studienlage: Hip-Hop-Tanz und MS
Die wissenschaftliche Forschung zu den Auswirkungen von Hip-Hop-Tanz auf MS ist noch begrenzt, aber erste Studien deuten auf vielversprechende Ergebnisse hin.
Verbesserung der motorischen Fähigkeiten
Tanzen trainiert koordinative und kognitive Fähigkeiten und kräftigt die Muskulatur. Studien haben gezeigt, dass Tanzinterventionen, einschließlich Hip-Hop, bei Menschen mit MS die motorischen Fähigkeiten verbessern können, insbesondere das Gleichgewicht, die Gangsicherheit und die Koordination. So können durch das Training die Spastik reduzieren werden.
Lesen Sie auch: Wissenschaftliche Erkenntnisse: Tanzen und Demenz
Reduktion von Fatigue
Fatigue ist eines der häufigsten und belastendsten Symptome bei MS. Bewegung und Aktivität sind das beste Mittel dagegen. Einige Studien legen nahe, dass Hip-Hop-Tanz dazu beitragen kann, Fatigue zu reduzieren und das Energieniveau zu steigern.
Stärkung des Selbstvertrauens und des Gemeinschaftsgefühls
Tanzen stärkt das Selbstvertrauen, macht Spaß und verbindet - alles in allem: Mittanzen Stärkt! Tanzen fördert die allgemeine Bewegungskompetenz und Raumerfahrung. Zu einer Gruppe zu gehören, ist wichtig. In der Gruppe entstehen soziale Kontakte und das Selbstwertgefühl wird gestärkt.
Positive Auswirkungen auf die Stimmung und die kognitive Funktion
Tanzen macht nicht nur Spaß, sondern setzt auch Endorphine frei, die stimmungsaufhellend wirken können. Darüber hinaus kann Hip-Hop-Tanz die kognitive Funktion verbessern, indem er die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die exekutiven Funktionen trainiert.
Förderung der Mobilität
Mobilität beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Reisen. „Ich muss auch im Kopf mobil bleiben, denn in meinem Beruf brauche ich viel Vorstellungskraft. In die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen, macht Spaß. Um Rollen wie diese zu spielen, braucht Parsa viel Spontanität, geistige Flexibilität und Vorstellungskraft. Sie muss in ihrem Beruf immer über den eigenen Tellerrand hinausschauen und auch geistig wach und mobil bleiben.
Sensomotorische Integration
Es ist aber nicht nur die räumliche Mobilität und das Reisen, was ihren Beruf anspruchsvoll macht. Es gibt nach den zahlreichen An- und Abreisen oft keine langen Entspannungsphasen. „Ich komme meistens an einem Ort an und dann geht es auch direkt mit einer Probe, Audition oder Vorstellung los. In solchen Situationen versuche ich die Ruhe zu bewahren, um auf der Bühne fokussiert zu arbeiten.
Lesen Sie auch: Parkinson und Tanztherapie
Individuelle Anpassung und Sicherheitsaspekte
Es ist wichtig zu betonen, dass Hip-Hop-Tanz für Menschen mit MS individuell angepasst werden muss, um den jeweiligen Bedürfnissen und Fähigkeiten gerecht zu werden. Ein qualifizierter Tanztherapeut oder ein erfahrener Tanzlehrer kann helfen, ein geeignetes Programm zu entwickeln und die Übungen sicher und effektiv durchzuführen.
Weitere Tanzformen als Therapieansatz
Neben Hip-Hop gibt es auch andere Tanzformen, die für Menschen mit MS geeignet sein können, wie z.B.:
- Yoga: Yoga kann helfen, die Flexibilität, das Gleichgewicht und die Entspannung zu verbessern.
- Pilates: Pilates stärkt die Rumpfmuskulatur und verbessert die Körperhaltung.
- Tai Chi: Tai Chi ist eine sanfte Bewegungsform, die das Gleichgewicht und die Koordination fördert.
- Zumba: Zumba ist ein lateinamerikanisch inspirierter Tanz-Fitness-Kurs, der Spaß macht und die Ausdauer verbessert.
- Ballett: Ballett kann die Körperhaltung, Balance und Koordination verbessern.
- Modern Dance: Modern Dance bietet eine große Bandbreite an Bewegungen und fördert die Kreativität.
- Jazz Dance: Jazz Dance ist ein dynamischer und energiegeladener Tanzstil, der die Ausdauer und Koordination verbessert.
- Gesellschaftstänze: Standard- und Lateintänze können die soziale Interaktion fördern und die körperliche Fitness verbessern.
Es ist wichtig, eine Tanzform zu wählen, die Spaß macht und den eigenen Fähigkeiten entspricht.
Die Bedeutung von Musik
Bestimmte Songs können wir nicht ertragen, bei anderen geht unser Herz auf. Weshalb ist das so? Nur wenige Studien beschäftigen sich mit diesem Thema. Prof. Dr. Manche Studien deuten darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen Charakterzügen und bevorzugten Musikrichtungen gibt. Andere Untersuchungen können dies nicht bestätigen. Kleinkinder sind meist noch offen für viele Musikrichtungen, während der Grundschule bereits schränkt sich der Musikgeschmack ein. In der späten Jugend und dem frühen Erwachsenenalter verfestigt sich der Musikgeschmack. Je mehr Musikerlebnisse ein Mensch während seiner Jugend hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass er später offen für viele verschiedene Musikrichtungen ist. Im Auto geht sogleich das Radio an. Lady Gaga. Geht gar nicht - neuer Sender. Ein cooler Beat, doch irgendein unentspannter Deutsch-Gangsta-Rapper beginnt zu singen - neuer Sender. Amy Winehouse, „You know, I’m no good“, der Sender kann bleiben, „I cheated myself, like I knew I would“, das ganze Auto singt mit. Nicht jeder mag Amy, doch das Prinzip kennen wir alle: Bestimme Musik kann man einfach nicht ertragen, andere lässt einen kalt, aber manche Songs, die liebt man. Sprich: Zu jeder Musik hat jeder eine Meinung. Aber warum ist das so? Wie entwickelt sich der Musikgeschmack? Wovon hängt es ab, was wir mögen und was nicht?
Kampagnen und Initiativen
Die AMSEL (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband Baden-Württemberg e.V.) hat die Kampagne "Mittanzen Stärkt" ins Leben gerufen, um Menschen mit und ohne MS durch Tanz zu verbinden und die Solidarität zu fördern. Jeder kann ein Video aufnehmen und mit dem Hashtag #MittanzenStärkt auf seiner Lieblingsplattform hochladen. Alle Videos werden auf www.amsel.de/mittanzenstaerkt gesammelt und fügen sich so zu einem großen, bewegten Mosaik zusammen.
Lesen Sie auch: Tanzen als Jungbrunnen
Erfahrungsberichte
Nathalie Parsa, eine Musicaldarstellerin, betont die Bedeutung von Mobilität und Flexibilität in ihrem Beruf. Sie muss räumlich und geistig mobil bleiben, um in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen und sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Auch wenn die Umstände oft nicht leicht sind, möchte sie ihren Beruf mit niemandem tauschen, denn sie liebt es, auf der Bühne zu stehen und sich zu bewegen.