Migräne in den Fußgelenken: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen auszeichnet. Obwohl der Kopfschmerz im Vordergrund steht, können Migräneattacken auch von einer Vielzahl anderer Symptome begleitet sein, die den gesamten Körper betreffen. In einigen Fällen können sich die Auswirkungen der Migräne bis in die Füße erstrecken und zu Beschwerden in den Fußgelenken führen.

Vaskuläre Dysfunktion und kalte Gliedmaßen bei Migräne

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) weist darauf hin, dass Migräne, insbesondere bei Frauen und bei Migräne mit Aura, einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellt. Eine Studie untersuchte, ob vaskuläre Probleme bei Migränepatienten erkennbar sind, und befragte Betroffene und Kontrollen dazu, ob sie unter kalten Händen und Füßen litten. Frauen mit Migräne berichteten demnach häufiger über kalte Gliedmaßen als Kontrollpersonen ohne Migräne.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Migräne eine vaskuläre Komponente vorliegen könnte, die sich in kalten Händen und Füßen äußert. Frauen mit diesem Faktor litten auch häufiger unter Migräneattacken als andere Migränepatientinnen, was teilweise durch Schlafprobleme vermittelt sein könnte.

Hemiplegische Migräne und motorische Ausfälle

Eine sehr seltene Form der Migräne ist die hemiplegische Migräne, die durch motorische Ausfälle in Kombination mit mindestens einem weiteren Aura-Symptom gekennzeichnet ist. Bei dieser Form der Migräne können Lähmungen eines oder mehrerer Gliedmaßen zusammen mit Lichtblitzen auftreten.

Die hemiplegische Migräne unterscheidet sich von „normaler“ Migräne durch das Auftreten von Muskelschwäche und Aura. Während Aura-Symptome wie Lichtblitze oder Sprachstörungen nach 5 bis 60 Minuten komplett verschwinden, dauern die motorischen Probleme in der Regel bis zu 72 Stunden an.

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Innerhalb der hemiplegischen Migräne wird zwischen zwei Patiententypen unterschieden:

  • Familiäre hemiplegische Migräne (FHM): Betroffene haben innerhalb der Familie einen Verwandten ersten oder zweiten Grades, der ebenfalls an der komplizierten Migräne leidet. Die häufigste Ursache ist eine Mutation in den Genen FHM1, 2 oder 3.
  • Sporadische hemiplegische Migräne (SHM): Betroffene leiden an der hemiplegischen Migräne und haben keinen Verwandten mit gleichen Beschwerden. Mutationen des FHM-Gens kommen nur in 10 bis 20 Prozent der Fälle vor.

Migräne mit Aura und erhöhtes Schlaganfallrisiko

Migräne-Patienten, bei denen dem Kopfschmerz eine Aura vorausgeht, haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Die Symptome einer Migräne mit Aura können denen bei einem Schlaganfall ähneln, daher sollten Betroffene und Angehörige bei Attacken besonders aufmerksam sein.

Eine Aura umfasst neurologische Symptome, die im typischen Fall für die Dauer von ca. 30 Minuten dem eigentlichen Migräne-Schmerz vorausgehen. Am häufigsten handelt es sich um Sehstörungen, die einseitig links oder rechts im Gesichtsfeld auftreten. Etwas seltener treten Auren in Form von Gefühlsstörungen an Armen oder Beinen auf.

Im Gegensatz zur Migräne-Aura treten die Beschwerden bei einem Schlaganfall abrupt ein, wie Taubheit, Schwäche oder Lähmungserscheinungen sowie eine plötzliche Sprachstörung und/oder Gleichgewichtsstörungen.

Plattfüße und Kopfschmerzen

Plattfüße können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. Das gesamte Skelett baut sich auf den Füßen auf. Bei einem Plattfuß neigen sich die Beine zur X-Stellung, wodurch sich Hüfte und Becken verschieben, am Ende sogar die Schultern und die Halswirbelsäule. Dies kann zu Kopfschmerzen oder sogar zu Zahnfehlstellungen führen.

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Gelenkerkrankungen und Morgensteifigkeit

Besonders Patienten mit Gelenkerkrankungen und Schmerzen der Halswirbelsäule (HWS-Syndrom) leiden unter Morgensteifigkeit. Die Morgensteifigkeit ist ein typisches Symptom bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Rheuma und rheumatoider Arthritis. Nach dem Aufstehen sind bei den Betroffenen die Gelenke wie "eingerostet" und Laufen sowie Treppensteigen können erschwert sein.

Arthrose ist fortschreitender Gelenkverschleiß, bei dem sich über Jahre die stoßdämpfende Knorpelschicht zwischen zwei Gelenkflächen abbaut. Typische Symptome bei Arthrose sind Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen.

Osteochondrose ist eine verschleißbedingte (degenerative) Erkrankung von Knorpeln und Knochen im Bereich der Gelenke oder der Wirbelsäule. Menschen mit Osteochondrose leiden unter starken Schmerzen im betroffenen Gelenk und unter eingeschränkter Beweglichkeit.

Arthritis und Gelenkentzündungen

Arthritis ist die Entzündung eines Gelenks, wobei vom Kiefer bis zur kleinen Zehe jedes Gelenk im Körper betroffen sein kann. Sie geht in der Regel mit Schmerzen, Überwärmung, Rötung und Schwellung einher.

Die häufigste rheumatische Gelenkentzündung ist die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis, Gelenkrheuma oder vereinfacht „Rheuma" genannt. Im Frühstadium kommt es oft zu Schmerzen und Steifigkeit in den Fingergrundgelenken.

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Hydrotherapie bei Spannungskopfschmerzen und Migräne

Hydrotherapie kann bei Spannungskopfschmerzen und Migräne durch die Anwendung von Wasser in verschiedenen Formen, wie warmen oder kalten Güssen, Wickeln, Bädern oder Duschen, Linderung verschaffen. Die Wärme fördert die Durchblutung und entspannt verspannte Muskulatur, während Kälte Entzündungen reduzieren und Schmerzen betäuben kann. Zudem kann die Hydrotherapie Stress abbauen und das allgemeine Wohlbefinden steigern, was ebenfalls zur Verringerung der Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzattacken beitragen kann.

Ein erhöhter Muskeltonus und daraus folgende Spannungskopfschmerzen sind ebenso wie Migräne Ausdruck eines überaktiven Sympathikus. Durch die Stimulation der Thermorezeptoren beeinflussen hydrotherapeutische Anwendungen das vegetative Nervensystem sowie das Hypophysen-Nebennierenrinden-System und können so bei wiederholter Anwendung dazu beitragen, dass es zu einer Regulationsverbesserung und einem Ausgleich kommt.

Einige praktische Anwendungen der Hydrotherapie nach Kneipp bei Kopfschmerzen und Migräne sind:

  • Kalter Gesichtsguss: Wirkt reflektorisch auf die gesamte Kopfregion und ist sowohl bei Kopfschmerzen als auch bei Erschöpfungszuständen und nachlassender Sehkraft indiziert.
  • Ansteigender Nackenguss: Wirkt entspannend, entkrampfend und durchblutungssteigernd auf das behandelte Muskelareal und reflektorisch auf die segmental zugeordneten Brust-, Bauch- und Beckenorgane.
  • Warmes Fußbad, Wechselfußbad: Warme Bäder haben eine vagotonisierende Wirkung. Bei beginnender akuter Migräne empfehlen sich warme Fußbäder, denen 4 EL Senfmehl zugesetzt werden.

Mythen rund um die Migräne

Es gibt viele Mythen rund um die Migräne, von denen einige wissenschaftlich belegt sind und andere nicht:

  • Viel trinken hilft: Nicht unbedingt. Die Autoren der Migräne-Leitlinie raten, „ausreichend“ und mindestens 1,5 Liter täglich zu trinken, um einen Dehydrierungskopfschmerz zu vermeiden.
  • Mentholöle lindern Migräne: Stimmt. Pfefferminz und Menthol nutzen Migränepatienten seit langer Zeit, um ihre Kopfschmerzen zu lindern.
  • Daith-Piercing gegen Migräne: Nicht belegt. Eine nachvollziehbare pathophysiologische Grundlage fehlt.
  • Sport hilft gegen Migräne: Stimmt. Wer regelmäßig aeroben Ausdauersport betreibt, kann Migräneattacken vorbeugen.
  • Magnesium kann Migräne vorbeugen: Nicht unbedingt. Die Datenlage ist spärlich.
  • Besser keine Schokolade für Migränepatienten: Stimmt nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Schokolade Migräneattacken triggert.

Gefühlsstörungen als Begleitsymptom von Erkrankungen

Gefühlsstörungen können in Verbindung mit bestimmten körperlichen oder neurologischen Erkrankungen auftreten. Beispiele von Erkrankungen, bei denen Gefühls- oder Sensibilitätsstörungen häufig auftreten:

  • Polyneuropathie: Schädigung der peripheren Nerven, die sich oft in den Füßen und Händen bemerkbar macht.
  • Multiple Sklerose: Chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu gestörter Reizweiterleitung führen kann.
  • Parkinson: Neurodegenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn allmählich absterben.
  • Migräne: Insbesondere bei einer Migräne mit Aura können Gefühlsstörungen frühe Anzeichen einer beginnenden Attacke sein.
  • Bandscheibenvorfall: Kompression von Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks, die neurologische Symptome wie Taubheit, Kribbeln oder Muskelschwäche hervorrufen kann.
  • Psychische Störungen: Angstzustände, Panikattacken oder chronischer Stress können das vegetative Nervensystem überreagieren lassen und körperliche Symptome hervorrufen.

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