In unserer modernen, schnelllebigen Welt sind wir ständig einer Flut von Informationen und Reizen ausgesetzt. Wir glauben, dass wir mehrere Dinge gleichzeitig tun können und versuchen uns permanent im Multitasking. Technologie hat alles einfach, schnell und zugänglich gemacht. Die potentielle Verfügbarkeit einer App für viele verschiedene Aufgaben macht es schwer, nicht jede verfügbare Sekunde eines Tages produktiv nutzen zu wollen. Auf dem Weg in den Supermarkt? Warum nicht die Einkaufsliste auf dem Weg schreiben, während Sie sich die Podcast die nächste Folge von „Serial“ anhören. Mittagessen mit einem Freund? Doch was passiert dabei in unserem Gehirn? Multitasking ist eine Illusion, die für uns letztendlich schädlich ist. Das Wechseln zwischen Aufgaben macht uns atemlos - wir hatten alle schon einmal “einen solchen Tag“, an dem wir uns extrem beschäftigt gefühlt haben, jedoch nur wenig erreicht haben. Es ist offensichtlich, dass Multitasking schlecht für unser Gehirn ist!
Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass allein die Möglichkeit des Multitaskings Ihre Fähigkeit zum Lösen von Problemen und des effizienter Erledigung von Aufgaben Ihren IQ um bis zu 10 Punkte mindert. Unser Gehirn ist gut darin uns glauben zu lassen, dass wir effizient sind. Studien zeigen, dass Multitasking zur einer erhöhten Ausschüttung des als Glückshormon bezeichneten Neurotransmitters Dopamin führt. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich sehr schnell und einfach auf etwas glänzend Neues. Das handeln wir nicht anders wie eine Elster. Es verursacht schlichtweg Stress.
Der Artikel beleuchtet das Phänomen der Dopamin-Verschwendung, die Ursachen, Auswirkungen und mögliche Lösungsansätze. Dabei wird sowohl auf die wissenschaftlichen Grundlagen als auch auf praktische Tipps eingegangen, um ein besseres Verständnis für dieses Thema zu entwickeln und Strategien zur Vermeidung von Dopamin-Verschwendung im Alltag zu finden.
Was ist Dopamin?
Dopamin ist ein Neurotransmitter, also Botenstoff, im Körper. Dieser Botenstoff ist an vielen Prozessen beteiligt ist, unter anderem an unserer Stimmung aber auch in gewisser Weise an Süchten und Abhängigkeiten.
Neurotransmitter wie Dopamin sind chemische Botenstoffe, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen ermöglichen, vor allem natürlich im Gehirn, aber auch anderswo im Körper. Als solch ein Botenstoff ist Dopamin an einer Vielzahl von Prozessen im Körper beteiligt. Es ist z.B. für Gefühle wie Freude, Belohnung und Motivation verantwortlich. Und es spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Bewegung, Stimmung, Lernen und Konzentration.
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Wenn wir beispielsweise eine angenehme Erfahrung machen oder ein Ziel erreichen, kann die Freisetzung von Dopamin dazu beitragen, dass wir uns gut fühlen und motiviert sind. Daher wird Dopamin manchmal als „Glückshormon“ bezeichnet, obwohl dies eine stark vereinfachte Darstellung seiner komplexen Rolle im Gehirn ist. Dort ist Dopamin nicht zuletzt ein wichtiger Teil des sogenannten Belohnungssystems.
Dopamin und das Belohnungssystem
Das Belohnungssystem ist ein komplexes Netzwerk von Strukturen im Gehirn, das an der Verarbeitung von Belohnungen, Motivation, Lernen und Emotionen beteiligt ist. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Verhaltensweisen, die für das Überleben und das Wohlbefinden wichtig sind, wie Essen, Trinken, Sex und soziale Interaktionen.
Dopamin, der zentrale Botenstoff des Belohnungssystems im Gehirn, wird freigesetzt, wenn wir eine angenehme Erfahrung machen, lang ersehnte Ziele erreicht werden oder wenn ein starkes Verlangen oder die Aussicht auf Belohnung uns dazu motiviert, eine Handlung auszuführen. So trägt Dopamin dazu bei, dass wir uns gut fühlen und motiviert sind, ähnliche Verhaltensweisen in Zukunft zu wiederholen.
Dopamin verstärkt also Verhaltensweisen, die mit positiven Erfahrungen verbunden sind. Insofern spielt es jedoch auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Angewohnheiten, Motivation und Lernen, aber auch bei Suchtverhalten.
Störungen im Dopaminsystem können zu verschiedenen psychischen Erkrankungen führen, wie z.B. Sucht, Depression und Schizophrenie. Ein zu hoher Dopaminspiegel kann zu einer Überstimulation des Belohnungszentrums im Gehirn führen, was zu Abhängigkeiten, Sucht, Impulsivität und anderen negativen Auswirkungen führen kann.
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Dopamin, Social-Media-Sucht und „doomscrolling“
So weit so gut. Leider sind viele der Belohnungen und Befriedigungen unserer heutigen Zeit schnell zu haben und ständig wiederholbar: das schnelle sich Darstellen und Hoffen-auf-Likes in Sozialen Netzwerken, bzw. Befriedigung der Neugier was andere denn so tun, z.B. So erklärt sich, dass schnell Abhängigkeiten entstehen können. Viele kennen zumindest das Phänomen, dass sie viel zu oft auf ihr Handy blicken, geradezu unbewusst und gedankenverloren. Im Jahr 2021 verbrachten Menschen mit Internetzugang weltweit durchschnittlich 145 Minuten pro Tag in sozialen Medien und damit viel zu viel.
Das gleiche gilt für das sogenannte „doomscrolling“, das zwanghafte Scrollen durch negative oder beängstigende Inhalte in sozialen Medien oder anderen Online-Plattformen. Viele Menschen verbringen hiermit Stunden ihres Tages.
Und auch doomscrolling wird mit Dopamin und dem Belohnungssystem in Verbindung gebracht. Wenn wir nach Informationen suchen, die unser Gehirn als bedrohlich oder alarmierend wahrnimmt, kann die Freisetzung von Dopamin dazu beitragen, dass wir immer weiter nach diesen Inhalten suchen, um eine Art „Kick“ oder emotionale Reaktion zu erleben. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, in dem wir immer mehr Zeit damit verbringen, uns mit negativen Nachrichten zu beschäftigen, um diese Dopaminreaktion zu erhalten, obwohl es langfristig negative Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit haben kann. Zwanghaftes doomscrollings beispielsweise verschwendet nicht nur unsere Zeit, sondern führt auch zu Stress und Angst.
Hier ist schwer wieder herauszukommen: zum einen motiviert uns Dopamin und das Belohnungssystem immer weiter zum scrollen, andererseits machen es uns die Neuen Medien und Nachrichtenplattformen denkbar einfach: es geht endlos weiter mit immer neuen Informationen, headlines und news. „Infinite scroll“ nennt man das inziwschen gängige Design von Onlineplattformen, deren Inhalt automatisch und schier endlos nachgeladen wird, wenn der Benutzer zum unteren Ende der Seite scrollt. Unter dem Dopamin-Einfluß, der uns nach immer neuen kicks und news suchen lässt, kommt man hier nur schwer wieder heraus. Und genau dies ist der Hintergrund beim Dopamin-Fasten.
Auswirkungen der Dopamin-Überstimulierung
Viele der negativen Auswirkungen sehen wir an unserer mentalen Verfassung. Dies wird besonders problematisch wenn diese negativen Emotionen mit einer Angewohnheit wie dem doomscrolling, welches täglich wiederholt wird, verbunden ist. Und wir wissen allzu gut, dass konstanter, häufiger Stress, aus dem wir nicht oder nur schwer aus eigener Kraft herauskommen die schlechte Art von Stress darstellt, die für unsere geistige und körperliche Gesundheit verheerend ist.
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Auch an Dopamin-Belohnungen durch Konsummittel besteht in unserer Gesellschaft kaum ein Mangel. Und häufig handelt es sich bei den Befreidigern in Form von Konsummiteln um Süssigkeiten und stark verarbeiteten Nahrungsmitteln. Diese sind alles andere als gesund, sondern kommen mit Risiken für unsere Kardio-vaskuläre Gesundheit und vielen anderen Problemen daher. Bei Stimulanzien wie Tabakrauch, Alkohol oder anderen Drogen sollte ohnehin klar sein, dass sie unserer Gesundheit auf vielfacher Weise schaden.
Und selbst Neue Medien, die wir heutzutage meist auf den Bildschirmen unserer Handys verfolgen, haben körperliche Auwirkungen: z.B. ein schlechte Haltung und Haltungsschäden wie Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule oder Augenbeeinträchtigungen.
Was ist Dopamin-Fasten?
Beim Dopamin-Fasten handelt es sich um eine relativ neue Form des Fastens, das darauf abzielt, genau auf solche Reize oder Verhaltensweisen zu verzichten oder sie zumindest zu reduzieren, die zu einer ständigen und gehäuften Ausschüttung von Dopamin führen. Und dies zumindest für einen bestimmten Zeitraum oder bewusst kontrolliert zu bestimmten Zeiten. Dazu gehören beispielsweise der Konsum von sozialen Medien, Videospielen, Junk-Food, Alkohol, Koffein, Pornografie oder anderen belohnenden und mit Dopamin-Ausschüttung verbundenen Verhaltensweisen.
Indem man diese stimulierenden Aktivitäten reduziert oder ganz meidet, soll der Dopaminspiegel im Gehirn wieder auf ein gesundes Maß zurückgeführt werden. Dies soll dazu beitragen, die Sensitivität des Dopamin-Systems zu verbessern und die Abhängigkeit von diesen belohnenden Verhaltensweisen zu verringern. Dopamin-Fasten wird von Befürwortern oft als eine Art „Reset“ für das Gehirn betrachtet, um negative Gewohnheiten zu durchbrechen, die die mentale Gesundheit und das Wohlbefinden beeinträchtigen können. Dies soll dazu beitragen, die Selbstkontrolle zu stärken, die Konzentration zu verbessern, die Kreativität zu fördern und insgesamt das emotionale Gleichgewicht zu unterstützen. Konrad Thiess ist Autor und hat ein Buch zum Thema „Dopamin-Detox“ bzw. „Social-Media-Detox“ geschrieben, welches helfen soll, schlechte Gewohnheiten zu ändern.
Der Begriff Dopamin-Fasten ist irreführend
Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der eine Rolle im Belohnungs-, Motivations-, Lern- und Vergnügungssystem des Körpers spielt. Obwohl Dopamin normalerweise als Reaktion auf Belohnungen oder angenehme Aktivitäten ansteigt, scheint sein Spiegel stabil zu bleiben, selbst wenn überstimulierende Aktivitäten vermieden werden. Daher führt ein Dopamin-„Fasten“ eigentlich gar nicht unbedingt zu einer Senkung der Dopaminspiegel.
Da es sich um einen lebensnotwendigen und zentralen Botenstoff handelt, können wir nämlich gar nicht auf Dopamin verzichten oder den Dopaminspiegel im Gehirn regulieren-weder bewusst noch unbewusst. Der Begriff des Dopamin-Fastens ist daher eigentlich etwas irreführend, legt er doch irgendwie nahe, dass wir die Dopamin-Ausschüttung oder Wirkung im Körper reduzieren. Dies ist nicht direkt der Fall.
Ebenso sieht es aus mit dem ebenfalls beliebten Begriff Dopamin-Detox oder Dopamin-Entgiftung oder „Dopamin-detox“. Schließlich handelt es sich bei Dopamin überhaupt nicht um ein Toxin, also ein Gift, das dem Körper schaden würde und dass man auszuscheiden sollte.
Aus diesem Grund findet sich auch keine geeignete Studie, die die positiven Effekte von Dopamin-Fasten oder Dopamin-Detox aufzeigen könnte. Schließlich lässt sich wohl kaum eine Senkung des Dopamin-Spiegels herbeiführen, bzw. wäre dies gar nicht in unserem Interesse, denn schließlich ist Dopamin an sich ja überhaupt nicht schlecht für uns. Dennoch berichten viele, die es ausprobieren, über die positiven Wirkungen. Wie sind diese also zu erklären?
Wieso Dopamin-Fasten funktioniert
Dennoch wird ein Verzicht auf allzu schnelle und einfache Belohnung, oder besser gesagt, Dopamin-Ausschüttung gut tun. Wir fasten nicht Dopamin. Vielmehr kontrollieren wir die Dinge und Aktivitäten, die Handlungen und Belohnungen, die bei uns für Dopamin-Auschüttungen verantwortlich sind und wir kontrollieren bewusst wann und wie wir diese bekommen.
Schließlich sind es die heute so einfach und schnell zu habenden Befriedigungen in Form von Konsummitteln, Stimulanzien und Neuen Medien, die zu einer einfachen, schnellen und heftigen Ausschüttung von Dopamin führen, in deren Folge wir nach noch mehr davon streben. Denn je einfacher und schneller solch eine Belohnung zu haben ist, desto eher werden wir immer und immer wieder danach streben. Für viele Menschen ist dies leider traurige Realität und drückt sich in einer Abhängigkeit nach der ein oder anderen Befriedigung aus, sei es nun Alkohol, Spiele, Handy oder Pornographie.
Und wenn auf eine vergleichsweise schnelle, einfache Art wiederholt Dopamin ausgeschüttet wird, so kann es sein, dass andere Tätigkeiten dies nicht mehr vergleichsweise gut auslösen können. Man stumpft sozusagen ab. Nicht selten geht ein übermäßiger Konsum einer Befriedigung oder Abhängigkeit mit einem Stimmungstief, sogar Depression und mangelndem Interesse an anderen Dingen und Aktivitäten einher.
Neben Morbus Parkinson werden auch ADHS, Restless-leg-Syndrom und Depression mit einem Dopamin-Mangel in Zusammenhang gebracht.
Es geht also mehr darum, beim Dopamin-Fasten auf schlecht Dopamin-Trigger zu verzichten und diese bewusst durch nachhaltige, gesunde Angewohnheiten oder Handlungen zu ersetzen, die ebenfalls Dopamin ausschütten können. Kontrollieren wir für eine zeitlang ganz bewusst, mit welchen Handlungen, Aktivitäten und Genußmitteln wir uns belohnen, dann kann es gelingen, aus schädlichen Mustern des Handelns auszubrechen und nicht zuletzt unsere Stimmung massiv anzuheben.
Dopamin-Fasten: How to
Um ein Dopamin-Fasten durchzuführen, identifiziert man am besten die jeweiligen Aktivitäten oder Verhaltensweisen, die am ehesten zu einer Über- oder häufigen Stimulierung des eigenen Belohnungssystems führen. Hat man dies getan, so überlegt man, durch welche weniger stimulierenden Aktivitäten sie ersetzt werden können. Nun sollte man noch einplanen, wie lange diese Phase zunächst andauern soll, ob sie durchgehend oder intermittierend, also nur zu bestimmten, festgelegten Zeiten des Tages beispielsweise oder jeden zweiten Tag stattfinden soll. Dann kann es auch schon losgehen mit dem Dopamin-Fasten.
Schritte zur Umsetzung eines Dopamin-Detox:
- Selbstreflexion: Wer mit Dopamin-Detox starten will, sollte zuvor in die Selbstreflexion gehen. Beispiel Süßigkeiten-Konsum: Der eine kann keinen Kaffee trinken, ohne dazu einen Keks zu essen; der andere greift bei der abendlichen Serien-Session wie ferngesteuert zur Chipstüte.
- Umfang der Reduktion festlegen: Ebenfalls vor dem Start des Dopamin-Detox gilt es, zu überlegen, wie umfassend die Reduktion ausfallen soll. Geht es darum, den Süßigkeitenkonsum möglichst umfassend einzuschränken - oder nur darum, das mittägliche Dessert zu streichen? Soll das Smartphone eine Stunde weniger lang in der Hand liegen - oder nach 18 Uhr für den Rest des Abends ausgeschaltet bleiben? „Sich ein realistisches, individuell passendes Ziel zu setzen und sich einen Plan zu machen, wie man es erreichen kann, ist enorm wichtig, um durchzuhalten.
- Trigger entfernen: Wer Smartphone und Keksdose auf dem Schreibtisch liegen hat, wird das Dopamin-Detox kaum durchhalten. Besser ist, alle möglichen Trigger aus der näheren Umgebung zu entfernen. So hat beispielsweise eine Studie gezeigt: Das Smartphone auszuschalten oder in eine Tasche zu packen, genügt nicht, um nicht mehr daran zu denken. Wer etwa zu viel Zeit in sozialen Medien verbringt, könnte Apps auf dem Startbildschirm von Smartphone und PC löschen. Um weniger Süßes zu essen, kann es helfen, erst gar nichts zu kaufen, was einen zuhause zum Snacken verführen könnte. Und: Besser nicht hungrig einkaufen gehen - das macht es fast unmöglich, ohne Dinge aus dem Laden kommen, die man eigentlich nicht mehr essen will.
- Angenehme Ersatzhandlungen finden: Dopamin-Detox wird leichter, wenn es angenehme Ersatzhandlungen gibt. „Die Alternativen müssen wirklich Freude bereiten und passen. Dazu sollten die alternativen Verhaltensweisen der Expertin zufolge keine „überstimulierenden Belohnungen“ darstellen, wie etwa Extremsport, Wettkämpfe oder Bungee-Jumping. Die Neurowissenschaftlerin rät außerdem dazu, morgens den Tag gedanklich durchzugehen und zu überlegen, für welche Situationen man sich wappnen sollte.
- Einstellung zum Dopamin-Detox: Ebenfalls wichtig: sich klarmachen, dass das Dopamin-Detox eine selbstgewählte Maßnahme ist, um das eigene Wohlbefinden zu steigern. Und sie entsprechend gelassen anzugehen. „Wer die Intervention als Strafe betrachtet oder als Zwang, setzt sich unter Stress.
- Geduld haben: Die positiven Wirkungen des Dopamin-Detox zeigen sich oft erst nach einiger Zeit. Zu Beginn können sich Menschen niedergeschlagen fühlen, ängstlicher, reizbarer oder unruhig. Kein Wunder: Schließlich fehlen zunächst die gewohnten Wohlgefühle. „Menschen mit einer psychischen Erkrankung wie einer Angststörung oder Depressionen sollten eine solche Intervention nur unter professioneller Anleitung machen - sonst kann sich die Stimmung stark verschlechtern“, sagt Vollstädt-Klein.
Doch welche Aktivitäten fördern unsere Dopamin-Ausschüttung natürlich und nachhaltig? Einige Beispiele gefällig?
- Körperliche Bewegung, Sport, Spazierengehen, Yoga, Pilates, etc.
- Kälte-Exposition und Eisbaden
- Raus in die Natur und Sonnenlichtexposition
- Meditation
- Ausüben von Hobbys
- Hören von Musik und Tanzen
- (Selbst-)Massage
- Ein Buch lesen
- Vollwertige, basenüberschüssige Ernährung
- Atemtechniken!
All diese können auf natürliche Weise die Dopamin ausschütten. Diese Aktivitäten helfen nicht nur dabei, die Stimmung zu verbessern, sondern auch das Verlangen zu reduzieren, ständig nach dem Handy zu greifen, nach der Spielekonsole oder nach Süßigkeiten, Alkohol, etc.
Bonustip: Ernährung für Dopamin
Ich empfehle eine gesunde Ernährung, die auch eine gesunde Dopamin-Produktion ermöglichen wird, gerade beim Dopamin-Fasten. Dies schließt Nahrungsmittel ein, die reich an Magnesium sind, sowie tyrosinreiche Lebensmitteln ist. Beides sind Bausteine der Dopaminproduktion. Tyrosin ist eine Aminosäure. Sie wird in Ihrem Körper aufgenommen und gelangt dann ins Gehirn, wo sie in Dopamin umgewandelt wird. Lebensmittel, die bekanntermaßen den Dopaminspiegel erhöhen, sind Mandeln, Äpfel, Avocados, Bananen, Rote Beete, Schokolade, grünes Blattgemüse, grüner Tee, Limabohnen, Haferflocken, Orangen, Erbsen, Sesam- und Kürbiskerne, Tomaten, Kurkuma, Wassermelone und Weizenkeime.
Auch das Kochen und die Vorfreude auf ein selbstgemachtes, leckeres Essen wird übrigens Dopamin auf gesunde Art und Weise ausschütten!
Multitasking und Dopamin
Wir glauben, dass wir mehrere Dinge gleichzeitig tun können und versuchen uns permanent im Multitasking. Doch was passiert dabei in unserem Gehirn? Multitasking ist eine Illusion, die für uns letztendlich schädlich ist. Ich denke, dass es 10, oder vielleicht sogar 20 sind. Es ist so gut wie unmöglich sich mit nur einer einzigen Aufgabe zu beschäftigen. Das Wechseln zwischen Aufgaben macht uns atemlos - wir hatten alle schon einmal “einen solchen Tag“, an dem wir uns extrem beschäftigt gefühlt haben, jedoch nur wenig erreicht haben. Es ist offensichtlich, dass Multitasking schlecht für unser Gehirn ist!
Die kurze Antwort? Es ist schwer es nicht zu tun. Technologie hat alles einfach, schnell und zugänglich gemacht. Die potentielle Verfügbarkeit einer App für viele verschiedene Aufgaben macht es schwer, nicht jede verfügbare Sekunde eines Tages produktiv nutzen zu wollen. Auf dem Weg in den Supermarkt? Warum nicht die Einkaufsliste auf dem Weg schreiben, während Sie sich die Podcast die nächste Folge von „Serial“ anhören. Mittagessen mit einem Freund? Unser Gehirn ist gut darin uns glauben zu lassen, dass wir effizient sind. Studien zeigen, dass Multitasking zur einer erhöhten Ausschüttung des als Glückshormon bezeichneten Neurotransmitters Dopamin führt. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich sehr schnell und einfach auf etwas glänzend Neues. Das handeln wir nicht anders wie eine Elster. Es verursacht schlichtweg Stress.
Wollen Sie dies vermeiden? Etwa doch nicht? Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass allein die Möglichkeit des Multitaskings Ihre Fähigkeit zum Lösen von Problemen und des effizienter Erledigung von Aufgaben Ihren IQ um bis zu 10 Punkte mindert. Man könnte meinen, dass eine ständige Aussetzung mit einer Anzahl von Dingen zur gleichen Zeit eine Person zum Profi im Wechsel zwischen Aufgaben machen sollte. Das würde nur logisch sein, oder? Nun, logisch oder nicht, dies wird nicht passieren. Es gibt einige wenige Beispiele von „Supertaskern“, die dazu in der Lage sind die Arbeitsbelastung zu meistern. Schätzen Sie mal: Wie hoch ist die Anzahl von Ablenkungen, die Ihnen während der Arbeit begegnen? Dabei bin ich bin mir sicher, dass viele unter Ihnen das gleiche Problem erleben. Freunde und Kollegen berichten von einem gleichen Problem. Es wurde zu einem dominanten Teil unseres Arbeitsablaufes, dass wir davon besessen sind zu einem leeren Posteingang zu gelangen.
Strategien zur Vermeidung von Ablenkungen
Die erforderlichen Schritte zum Schreiben und Zustellen eines Briefes haben Ihnen in der Vergangenheit mehr Zeit gegeben. In der heutigen digitalen Welt sind wir jedoch jederzeit erreichbar. Nicht im Büro? Das ist OK, Sie können Ihre Nachrichten auf Ihren glänzend neuen iPhone oder Tablet prüfen. In der Umgehensweise mit geschriebenen Briefen sg. Ich bin da keine Ausnahme - ich nutze dafür ein großartiges Tool von Spokepoint. Die größte Frustration ist dabei der Mangel an Sorgfalt bei der Erstellung der Nachrichten. Dazu kommt, dass jede beliebte App zum Management Ihres Posteingangs wie bspw. Sollten Sie auf der Suche nach einer goldenen Lösung sein, dann muss ich Sie enttäuschen. Es besteht keine perfekte Lösung. Dies ist kein Hexenwerk und funktioniert tatsächlich. Dies sind die Aufgaben, die Ihren Arbeitstag strukturieren. Ich versuche dies zurzeit und habe sehr viel Spaß damit. Dabei teilen Sie Ihren Arbeitstag in 25-minütige Perioden intensiver, fokussierter Arbeit auf, die von 5-minütigen Pausen gefolgt sind. Ich kann dies nur wärmstens empfehlen. Wir sind nicht wirklich schuld am Multitasking. Die Wahrheit ist jedoch genau das Gegenteil. Es ist wirklich schwer das Multitasking aufzugeben, ich genieße es jedoch fokussierter in meinem Tag zu gehen. Ich empfehle Ihnen einige der Methoden zu verwenden, die ich im Verlauf dieses Artikels erwähnt habe. Keine Sorge, zu müssen Ihr iTunes nicht schließen! Wie vermeiden Sie Ablenkungen? Sollten Sie andere Methoden zum fokussierten Arbeiten nutzen mit denen Sienegative Effekte des Multitaskings vermeiden, dann würde wir gerne über diese mehr erfahren!