Kurkuma und seine potentielle Wirkung bei Alzheimer: Ein Überblick

Die Alzheimer-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch Gedächtnisverlust und kognitive Beeinträchtigungen gekennzeichnet ist. Weltweit suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, die Krankheit zu verhindern, zu verlangsamen oder zu behandeln. In den letzten Jahren hat Kurkuma, insbesondere der darin enthaltene Wirkstoff Curcumin, viel Aufmerksamkeit als potenzielles Mittel zur Bekämpfung von Alzheimer erregt. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Studienlage zur Wirkung von Kurkuma auf Alzheimer und gibt einen Überblick über die potenziellen Mechanismen und Anwendungsmöglichkeiten.

Was ist Kurkuma?

Die frische Kurkuma-Wurzel ähnelt der Ingwer-Wurzel und hat eine bräunliche, rauhe Schale und gelb-rot-oranges Fruchtfleisch. Kurkuma wird oft im getrockneten, gemahlenen Zustand als Pulver im Gewürzregal angeboten und zur Färbung von Curry verwendet. Dieses Brainfood ist seit Jahrtausenden in Ländern des asiatischen Kontinents, Indien und Afrika verbreitet und geschätzt. Die Wurzel stammt ursprünglich aus Indien, China, Afrika und Teilen Asiens. In Europa wurde sie über die Seidenstraße im 13. Jahrhundert eingeführt. Seit dem 18. Jahrhundert hat sie sich in Ländern wie Jamaika, Costa Rica und Hawaii verbreitet. Es sind über 400 Arten dieser Wurzel bekannt und verzeichnet.

Laboruntersuchungen zeigen, dass sich die Inhaltsstoffe von Kurkuma deutlich nach Anbaugebiet unterscheiden, als bei der Unterscheidung zwischen Wurzel & Pulver. Die präzisen Inhaltsstoffe schwanken je nach Anbaugebiet, Ernte und Region. Es sind jährliche Laboranalysen erforderlich, um die Proben zu vergleichen.

Die potenziellen Vorteile von Kurkuma bei Alzheimer

Kurkuma wird aufgrund seiner Eigenschaften der Nervenzellneubildung, Immunabwehrstärkung, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften sowie seiner Wundheilungsförderung eingesetzt und genutzt. Es gibt mehrere Gründe, warum Kurkuma als vielversprechend für die Behandlung von Alzheimer angesehen wird:

  • Entzündungshemmende Wirkung: Curcumin ist ein entzündungshemmender Pflanzenstoff aus der Gelbwurz (Kurkuma). Bei Alzheimer sind im Gehirn entzündliche Prozesse aktiv, und Curcumin kann diese Entzündungen hemmen.
  • Antioxidative Wirkung: Bei Alzheimer kommt es im Gehirn zu massivem oxidativem Stress, und Curcumin wirkt antioxidativ.
  • Amyloid-Plaque-Reduktion: Kurkuma gilt als fettlöslich und ist deswegen in der Lage die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und verringert dadurch die gerade bei Demenz- und Alzheimer-Patienten typische Amyloid-Plaque-Bildung. Dabei wurde beobachtet, dass es nicht auf große Mengen, sondern regelmässig verzehrte kleinere Mengen ankommt, um die Alzheimer Entwicklung zu reduzieren.
  • Neuroprotektive Wirkung: Curcumin gilt als neuroprotektiver Stoff, der das Nervensystem vor Metalleinlagerungen im Gehirn schützt.
  • Schutz der Myelinscheide: Bei Alzheimer kommt es zu Schäden der Myelinscheide, jener Schicht, die schützend die Nervenzellen des Gehirns umhüllt.

Studienlage zur Wirkung von Curcumin

Wissenschaftler der University of California untersuchten, ob eine Nahrungsergänzung mit Curcumin bei Menschen mit altersbedingter Vergesslichkeit das Erinnerungsvermögen verbessern könnte.

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Eine doppelblinde placebokontrollierte Studie wurde an 40 Erwachsenen zwischen 50 und 90 Jahren durchgeführt. In der Curcumin-Gruppe zeigten sich nun signifikante Verbesserungen der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit. In Gedächtnistests konnte die Curcumin-Gruppe innerhalb der 18 Monate ihre Leistungen um 28 Prozent verbessern. Hochinteressant war außerdem, dass sich im PET-Scan ein deutlicher Abbau der Ablagerungen im Gehirn erkennen ließ. Besonders im Bereich der Amygdala und des Hypothalamus hatte das Curcumin eine Reduzierung der Plaques und Tau-Proteine bewirkt.

Eine asiatische Studie zeigt, daß bei älteren Menschen, zwischen 60 und 90 Jahren, die Gehirnleistung bereits bei gelegentlichem Verzehr von Curry größer ist, als bei denjenigen, die Curry nie oder selten, d.h. weniger als einmal pro Monat essen.

Ein umfangreicher Review suchte in der Literatur, ob sich die Einnahme von Curcumin nach einer zerebralen Ischämie positiv auf den weiteren Verlauf auswirkt. Tatsächlich konnte belegt werden, dass Curcumin die Neurotoxizität von Beta-Amyloiden und Tau-Proteinen senken und deren gefährliche Aggregation zu unlöslichen Plaques verhindern kann. Einzelne Studien deuten sogar darauf hin, dass bereits bestehende Plaques durch Curcumin aufgelöst werden. Somit stellt Curcumin für die Autoren des Reviews eine vielversprechende Substanz zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen nach einer Durchblutungsstörung im Gehirn dar.

Einschränkungen und Kritik

Amerikanische Wissenschaftler:innen haben sich eine große Menge von Curcumin-Studien genauer angesehen und festgestellt: Der Schein trügt. So gibt es kaum Studien, die die Effekte von Kurkuma auch am Menschen getestet haben - was aber in einer Petrischale einen Effekt zeigt, muss noch lange nicht beim Menschen wirken. Curcumin reagiert sehr unspezifisch mit sehr vielen biologischen Molekülen. Von den ohnehin wenigen Studien, in denen Curcumin am Menschen erprobt wurde, haben viele deutliche Schwächen: Es gibt etwa keine Patientenkontrollgruppe, die anstelle von Curcumin ein Placebo (Scheinmedikament) erhält. Übrig bleiben wenige belastbare Studien zur Wirkung von Curcumin am Menschen - und die zeigen: keine positive Wirkung.

Von dem, was ein Mensch an Curcumin zu sich nimmt, gelangt nur sehr wenig dorthin, wo es wirken könnte: in die Zellen. Denn Curcumin löst sich schlecht in Wasser und zerfällt schnell. Außerdem wird es zum großen Teil über Darm und Leber wieder ausgeschieden.

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Wie man Kurkuma konsumiert

Grundsätzlich zieht man frische, den getrockneten Gewürzen vor, da darin meist die Inhaltsstoffe am besten erhalten sind. Andererseits lässt sich das getrocknete Gewürzpulver in etwas größeren Mengen aufnehmen. Es lohnt sich auch im fortgeschrittenen Alter auf bewährte, traditionelle Gewürze und Bestandteile in der Nahrung zurückzugreifen.

Der Hauptwirkstoff in Kurkuma, das Curcumin, ist fettlöslich. Das heißt, es wird vom Körper besser aufgenommen, wenn es zusammen mit etwas Fett eingenommen wird. Auch schwarzer Pfeffer, genauer gesagt das darin enthaltene Piperin, kann die Aufnahme deutlich verbessern. Deshalb ist das Trendgetränk "Goldene Milch" auch so beliebt: eine Mischung aus Milch, Kurkuma, Ingwer und Pfeffer, die die Bioverfügbarkeit von Curcumin deutlich erhöhen kann.

Dosierung und Sicherheitshinweise

Der von der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) empfohlene ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) für Curcumin liegt bei 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht - also etwa 200 mg Curcumin täglich für eine 70-Kilo-Person. Das entspricht etwa 4 Gramm Kurkumapulver.

Obwohl Kurkuma in üblichen Mengen als Gewürz sicher ist, können Curcumin-Präparate Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder allergische Reaktionen auslösen. Besonders vorsichtig sollten Schwangere, Stillende und Menschen mit Gallensteinen sein, da Curcumin die Gallensaftproduktion fördert. Laut einer US-Studie von 2023 wurden zwischen 2011 und 2022 zehn Fälle möglicher Leberschäden durch Curcumin registriert.

Es ist ratsam, Arzt oder Ärztin zu Rate zu ziehen, bevor man Curcumin-Präparate einnimmt - besonders, wenn man regelmäßig Medikamente nimmt. Denn Curcumin kann die Wirkung bestimmter Arzneimittel beeinflussen, insbesondere Blutverdünner.

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Die Harvard-Studie: Lebensstiländerungen als vielversprechender Ansatz

Die Diagnose Alzheimer-Demenz ist für Betroffene und ihre Familien oft ein Schock. Doch eine neue Studie der Harvard Medical School bringt Hoffnung: Intensive Lebensstiländerungen, kombiniert mit natürlichen Heilmitteln, können das Fortschreiten der Krankheit nicht nur verlangsamen, sondern auch kognitive Verbesserungen bewirken.

Die Studie untersuchte 51 Teilnehmer, die entweder an leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder frühen Stadien der Alzheimer-Demenz litten. Die Probanden, die eine intensive Lebensstiländerung durchführten, erlebten beeindruckende Verbesserungen.

Besonders hervorzuheben ist die pflanzenbasierte Ernährung, die reich an entzündungshemmenden Nährstoffen war. Die Forscher wählten gezielt neben der veganen Ernährung gezielt natürliche Stoffe, die als wahre „Superfoods“ gelten: Omega-3-Fettsäuren, Kurkuma und Probiotika spielten eine zentrale Rolle im Ernährungsplan.

Bewegung spielte ebenfalls eine zentrale Rolle: Die Teilnehmer absolvierten täglich 30 Minuten Aerobic-Training, ergänzt durch Kraftübungen dreimal pro Woche.

Zusätzlich zu Ernährung und Bewegung wurde ein großes Augenmerk auf Stressbewältigung gelegt. Yoga, Meditation und Atemübungen wurden als tägliche Maßnahmen in das Programm integriert, um den Stress der Teilnehmer zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Gleichzeitig spielten soziale Interaktionen eine zentrale Rolle.

Die Ergebnisse der Harvard-Studie bestätigen, was viele Naturheilkundler schon lange predigen: Natürliche Stoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Kurkuma und Probiotika sind nicht nur gesund, sie können auch einen tiefgreifenden Einfluss auf das Gehirn und den Verlauf von Alzheimer haben. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig für Menschen, die sich präventiv gegen die Krankheit schützen möchten.

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