Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, sehr starke Kopfschmerzen auszeichnet, die wiederholt und meist einseitig auftreten (Hemikranie, Halbseitenkopfschmerz). Die Migräne ist nicht nur ein simpler Kopfschmerz, sondern einer der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen. Sie zählt zu den schwersten Behinderungen, insbesondere von Frauen.
Symptome und Verlauf einer Migräneattacke
Eine Migräneattacke verläuft sehr heftig; der Schmerz hat eine hohe Intensität. Oft wird der Migräneanfall von vegetativen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen begleitet. Es kann eine Überempfindlichkeit auf Licht und Geräusche bestehen. Betroffene ziehen sich gerne in abgedunkelte, ruhige Räume zurück.
Viele Betroffene lieben und brauchen frische Luft und gehen hinaus, so oft es möglich ist. Gemäßigter Ausdauersport kann prophylaktisch wirken und wird auch oft betrieben in schmerzfreien Zeiten. Während einer Attacke ist sportliche Betätigung nicht möglich. Viele sind bettlägerig und fühlen sich schwer krank.
Die Symptome, Phasen und das Erkrankungsbild bei Migräne sind vielfältig. So bestehen nicht nur die typischen meist einseitigen, stechenden, hämmernden, pulsierenden Kopfschmerzen - nein, der gesamte Körper ist in Mitleidenschaft gezogen.
Prodromi und Aura
Im Vorfeld einer Migräneattacke können sogenannte Prodromi auftreten. Diese Botschaften sind ganz unterschiedlich, oft sogar gegensätzlich. Sie melden sich in vielfältigen Kombinationen. Sie sprechen aus unbezwingbaren Verhaltensänderungen des Opfers. Die können in Müdigkeit bestehen, in Depressionen, Energielosigkeit, Reizbarkeit oder, im Gegenteil, in plötzlich ausbrechender Kreativität, in Hochstimmung und Rastlosigkeit. Auch so etwas Banales wie exzessives Gähnen kann eine Botschaft sein. Oder Heißhunger. Frieren oder Schwitzen ohne Ursachen in der Außenwelt.
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Bei einigen Betroffenen - man spricht von ungefähr zehn Prozent der Opfer - treten nun Phänomene auf, die mit einem feinen Wort “Aura” genannt werden. Aura, das heißt jetzt: Zickzacklinien im Gesichtsfeld, Flimmersehen, Schwindel, Kribbelmissempfindungen, Sprachstörungen, Lähmungen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, sogar Bewusstlosigkeit. In fünf bis zwanzig Minuten entwickeln sich diese Störungen. Sie beherrschen ihre Opfer bis zu einer Stunde. Sofort oder nach einer kurzen Pause kommt es danach zur Attacke.
Ursachen und Auslöser von Migräne
Die Ursachen für die teils heftigen Reaktionen des Organismus bei Trauerfällen sind nicht vollends ergründet: "Die dahinterliegenden Mechanismen kennen wir nicht genau", sagt Trauerforscherin Heidi Müller. Klar ist aber, dass der Verlust eines geliebten Menschen enormen Stress bedeuten kann. Es gibt Erklärungsansätze aus der Biologie, die die Veränderungen im Hormonhaushalt des Körpers in den Blick nehmen. Bis ins Detail ist jedoch nicht erklärt, was im Zusammenhang mit Trauer alles im Körper passiert.
Migräne ist eine komplexe Erkrankung. Das allen ihren Formen gemeinsame Geschehen aber hat Göbel in wenigen Sätzen zusammengefasst: “Grundlage für die wiederkehrenden Schmerzattacken ist eine erhöhte Empfindlichkeit des Nervensystems für plötzlich auftretende äußere oder innere Reizeinwirkungen. Diese besondere Empfindlichkeit ist durch die angeborene Erbinformation mitbedingt. Dadurch wird bei starken Reizveränderungen eine übermäßige Freisetzung von Nervenübertragungsstoffen im Gehirn ausgelöst.
Alles ist ineinander verschränkt: Die extreme Reizbarkeit des Gehirns ist angeboren. Wird ihr durch Verhalten nachgegeben und gefolgt, kommt es zu einer körperlichen Reaktion des Gehirns, der übermäßigen Freisetzung von Botenstoffen. Die greifen Blutgefäße an. Es kommt zur Entzündung. Wohlgemerkt: Der Anfall ist keine Erkrankung des Gehirns selbst. Das Gehirn verfügt im Übrigen auch gar nicht über ein Schmerzempfinden seiner selbst. Die Entzündung betrifft das Gehirn versorgende Blutgefäße. Das erklärt auch den pochenden, hämmernden Schmerz, der bei der geringsten Anstrengung stärker wird.
Migräne und genetische Veranlagung
Migräne ist eine neurologische Erkrankung und entsteht nicht durch ein stressiges Leben. Migräne ist eine eigenständige neurologische Erkrankung, die nicht durch Allergien bedingt ist. Auch besteht keine Vergiftung im Körper, nichts muss ausgeleitet, entschlackt oder entsäuert werden. Diäten sind wirkungslos. Wichtig ist vielmehr eine vollwertige Mischkost, die ausreichend Kohlenhydrate enthalten sollte.
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Die Vorstellung, dass positive oder negative Erlebnisse aus der Vergangenheit keine Auswirkungen mehr auf unser heutiges Erleben haben, trifft nicht zu. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn jemand als Kind beinahe ertrunken ist, so meiden viele heute noch das Wasser.
Triggerfaktoren
Zur Rolle von Migränetriggern gibt es Analysen an größeren Patientenkollektiven. Pro Patient fanden sich durchschnittlich 4 Triggerfaktoren. Menschen, die unter Migräne leiden, sind oft sehr sensibel, empfindlich, reizbar im positiven Sinn und perfektionistisch. Sie übernehmen gern Verantwortung und fühlen sich dann auch für alles verantwortlich, zu sehr verantwortlich. Damit ist aber keineswegs einer rein psychologisch argumentierenden Ursachenforschung das Wort geredet. Menschen mit diesen Eigenschaften sind einer auch genetisch bedingten Disposition ihres Nervenkostüms unterworfen, die sie anfällig macht für ganz bestimmte körperliche Veränderungen, die sich in den Attacken der Migräne manifestieren.
Diagnose von Migräne
Die Fachleute unterscheiden heute mehr als 165 verschiedene Kopfschmerzformen. Bei der Migräne allein sind achtzehn Unterformen identifiziert worden. Kein noch so einfühlsamer Hausarzt kann in den schweren Fällen das alles auseinander halten, richtig und sicher diagnostizieren, wirkungsvoll therapieren. Schon die Zeit fehlt ihm dazu.
Entsprechend der Kriterien der dritten Auflage der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) kann eine Migräne diagnostiziert werden.
Behandlung von Migräne
Heutzutage kann man viel tun gegen die Folter Migräne. Es geht nicht allein darum, die richtigen Medikamente zu finden, das Verhalten des Patienten muss geändert werden. Der ganze, schmerzkranke Mensch muss sich ändern, selbst aktiv werden.
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Die hemiplegische Migräne (HM) ist eine seltene Migräneart mit Aura und einseitiger Lähmung, die bei fehlenden intrakraniellen Auffälligkeiten und vollständig reversibler motorischer Schwäche in Betracht gezogen werden sollte.
Akutbehandlung
Natürlich wird man die Attacke behandeln, doch meist bestehen ja nicht nur der Schmerz, sondern weitere schwer behindernde Zustände wie oben beschrieben. Zudem wirkt nicht jede Tablette zuverlässig und ausreichend gut, mit einer einzigen Tablette ist es meist auch nicht getan.
Zur Akutmedikation kommen abhängig vom Schweregrad der Migräneattacke NSAID in Kombination mit Metoclopramid oder Domperidon zur Resorptionsverbesserung und bei Übelkeit oder Darm-Atonie, Triptane (nicht während der Aura), bei Triptan-Nonrespondern evtl. Dihydroergotamin (DHE) (in D nicht parenteral verfügbar) in Frage.
Prophylaxe
Eine prophylaktische Behandlung mit Propanolol kann weitere Episoden reduzieren. Ziel der multimodalen Prophylaxe ist eine «mindestens 50-%ige Reduktion der Attackenhäufigkeit, -dauer und -intensität», sowie die Vermeidung eines durch Medikamentenübergebrauch induzierten Kopfschmerzes. Medikamente der ersten Wahl sind: β-Rezeptoren-Blocker (Metoprolol oder Propanolol), Kalziumantagonisten (Flunarizin), Antikonvulsiva (Topiramat; stark eingeschränkt und off label Valproinsäure), sowie Petasitesrhizom/Pestwurz (in D nicht als Arzneimittel zugelassen).
Neue Entwicklungen in der Migränebehandlung
Gegen Calcitonin Gene-related Peptide (CGRP) oder den CGRP-Rezeptor wurden Antikörper entwickelt. Zahlreiche neue Medikamente wurden in der Migräneprophylaxe untersucht.
CGRP-Antikörper
Nur zu Antikörpern gegen CGRP bzw. gibt es vielversprechende Studiendaten. Erenumab ist ein monoklonaler Antikörper, der an den CGRP-Rezeptor bindet.
Differentialdiagnosen
Weitere Differenzialdiagnosen sind Spannungs- und Clusterkopfschmerz, migränöser Infarkt, zerebrale oder Subarachnoidalblutung, Sinus-/Hirnvenenthrombose, Karotis-/Vertebralisdissektion, CADASIL-Syndrom, Glaukom, postiktale Todd-Lähmung, reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom, Meningitis, Enzephalitis, Tumor, ZNS-Intoxikationen.
Bedeutung von Verhaltenstraining und Entspannungstechniken
Klar wird nun auch, warum das Verhaltenstraining eine so entscheidende Rolle spielt. In einem Merkblatt zur Schmerzbewältigung, das in Kiel ausgegeben wird, werden zehn Punkte genannt, wie man mit sich umgehen sollte. Am Rand der Aufstellung werden sie so zusammengefasst: “Generell: mehr genießen." Bis es dazu kommen kann, durchlaufen die Klienten der Schmerzklinik eine Fülle von Kursen. Die progressive Muskelentspannung wird geübt, natürlich. Wahrnehmung wird auch auf der rein mentalen Ebene des Vorstellungsvermögens, der Phantasie, eingeübt. Frei gewählte Ruhebilder sollen mit geschlossenen Augen imaginiert werden.
Psychosoziale Aspekte von Schmerzen
Wenn Menschen über lang anhaltende Schmerzen berichten, kann es hilfreich sein, sich ein Bild von ihrer Lebenssituation zu machen, denn „Körper-Geist-Seele“ sind eng miteinander verwoben. Dies muss dem Betroffenen selbst nicht bewusst sein. So konnten für folgenden Patienten erst dann Lösungswege gefunden werden, als ihnen während der psychologischen Gespräche diese Zusammenhänge bewusst wurden - der Fachmann spricht hier vom „bio-psycho-sozialen Schmerz“.
Trauer und körperliche Beschwerden
Etwa, wenn sich der Brustkorb gefühlt so eng zusammenschnürt, dass tiefe Atemzüge kaum möglich sind. Oder wenn beim Kämmen deutlich mehr Haare in der Bürste hängen bleiben als vorher. "Im Verlustfall hängt alles zusammen. Körper und Geist sind kaum zu trennen", sagt Heidi Müller, Wissenschaftlerin im Bereich der Trauerforschung. "Jeder Mensch trauert anders", sagt Susanne Haller, Leiterin der Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie am Hospiz Stuttgart. Dementsprechend vielfältig seien körperliche Reaktionen auf einen einschneidenden Verlust. Ob Migräne, Schwindel, Enge in der Brust, Herzrasen, Rückenschmerzen oder Durchfall: Die Bandbreite ist groß.
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