Migräne-Kopfschmerz-Sprüche: Mehr als nur eine Ausrede

Migräne ist mehr als nur eine Ausrede, besonders am Arbeitsplatz. Viele Migränepatienten schleppen sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit, aus Angst, einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Dieser Artikel beleuchtet die Realität von Migränepatienten im Alltag und gibt Einblicke, wie sie mit Vorurteilen umgehen und Akzeptanz erreichen können.

Die Realität von Migränepatienten am Arbeitsplatz

Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen geht trotz starker Schmerzen zur Arbeit. Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit zu gehen, ist für viele Migränepatienten Alltag.

Vorurteile und Unverständnis

Besonders wenn neue Menschen kennengelernt werden und am Rande erwähnt wird, dass man unter Migräne leidet, betritt man ein Minenfeld voller gut gemeinter, aber oft völlig fehlgeleiteter Kommentare. Es ist wichtig, sich auf eine Achterbahn der Absurditäten vorzubereiten, die im Laufe der Jahre gesammelt wurden.

Top 10 der unpassendsten Migräne-Sprüche

Hier ist eine Liste der Dinge, die man lieber nicht zu jemandem mit Migräne sagen sollte, garniert mit einer Prise Selbstironie und Erfahrung:

  1. „Hast du es mal mit Wasser trinken versucht?“
    Wasser, das Wunderelixier, auf das man in all den Jahren nie gekommen ist. Wer hätte gedacht, dass die Lösung für jahrzehntelange Migräne im nächsten Wasserhahn lauert?
  2. „Stell dich nicht so an, sind doch nur Kopfschmerzen!“
    Die Intensität und die Begleitsymptome von Migräne in einen Topf mit normalen Kopfschmerzen zu werfen, ist wie einen Sturm im Wasserglas mit einem Orkan zu vergleichen.
  3. „Meine Tante hat das auch, aber sie nimmt einfach [beliebiges Hausmittel], und es hilft immer.“
    Die berühmte Tante mit dem magischen Hausmittel! Warum sind wir bloß nicht alle auf diese geniale Idee gekommen?
  4. „Vielleicht solltest du weniger am Computer arbeiten / weniger lesen / weniger fernsehen.“
    Weniger von dem tun, was den Alltag ausmacht oder Freude bereitet? Problem gelöst!
  5. „Du siehst aber gar nicht krank aus.“
    Ein Kompliment für das Talent, trotz Qualen wie ein frisch gepflücktes Gänseblümchen auszusehen.
  6. „Hast du schon mal versucht, stressfrei zu leben?“
    Stressfrei leben, einfach alle Stressfaktoren des Lebens über Bord werfen.
  7. „Du nimmst bestimmt zu viele Medikamente, das ist nicht gut für dich.“
    Medikamente zum Spaß nehmen und nicht, weil man sie wirklich braucht.
  8. „Aber gestern ging es dir doch gut!“
    Migräne ist wie das Wetter - unberechenbar und wechselhaft.
  9. „Es ist nur im Kopf, versuch doch, positiv zu denken!“
    Den Schmerz einfach weglächeln.
  10. „Vielleicht brauchst du einfach mehr Bewegung / eine bessere Ernährung.“
    Bewegung und Ernährung, die Zauberworte. Als ob man nicht schon alles ausprobiert hätte, um diese Migränemonster zu vertreiben.

Die ungeschönte Wahrheit

Während es sich anfühlt, als würde der Kopf explodieren, kommen oft noch viele andere unschöne Dinge hinzu. Erbrechen ist nur eines davon.

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Was Migränepatienten wirklich hilft

Bitte lasst die „Das ist doch nur ein Kopfschmerz“-Sprüche in der Mottenkiste der Unwissenheit verschwinden und bietet stattdessen echte Unterstützung für Menschen mit Migräne an!

Wie? Indem man zuhört, ohne zu urteilen, eine dunkle und ruhige Zuflucht anbietet, wenn der Schädel brummt, und einfach mal fragt, was genau man tun kann, bevor die nächste Attacke heranrollt. Denn wir sind Individuen und nicht jede Krankheit verläuft bei allen gleich!

Kleine Gesten der Fürsorge können einen riesigen Unterschied machen. Und wer weiß, vielleicht erinnert sich die von Migräne geplagte Person später an die Hilfe und revanchiert sich, z. B. beim Schleppen von Kisten, beim nächsten Umzug - vorausgesetzt, der Kopf spielt mit.

Akzeptanz und Unterstützung im Arbeitsalltag

Um Akzeptanz und Unterstützung im Arbeitsalltag zu erreichen, ist es wichtig, offen über die Erkrankung zu sprechen und Kollegen sowie Vorgesetzte über die spezifischen Bedürfnisse und Einschränkungen zu informieren. Dies kann dazu beitragen, Missverständnisse auszuräumen und ein unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Strategien zur Bewältigung von Migräne am Arbeitsplatz

  • Frühzeitige Kommunikation: Informieren Sie Vorgesetzte und Kollegen über Ihre Migräneerkrankung und deren Auswirkungen auf Ihre Arbeitsfähigkeit.
  • Individuelle Anpassungen: Besprechen Sie mögliche Anpassungen des Arbeitsplatzes, wie z.B. blendfreies Licht, ergonomische Arbeitsmittel oder flexible Arbeitszeiten.
  • Pausenmanagement: Planen Sie regelmäßige Pausen ein, um sich in einem ruhigen und abgedunkelten Raum zu entspannen.
  • Notfallplan: Entwickeln Sie einen Notfallplan für Migräneattacken, der Medikamenteneinnahme, Ruhephasen und gegebenenfalls den Heimtransport umfasst.
  • Selbstfürsorge: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung, um Migräneattacken vorzubeugen.

Die Rolle von Technologie und Apps

Moderne Technologien und Apps können Migränepatienten im Alltag unterstützen. Die Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense bietet beispielsweise die Möglichkeit, Kopfschmerzen und Migräneattacken zu dokumentieren, Auslöser zu identifizieren und personalisierte Strategien zur Bewältigung zu entwickeln.

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