Migräne und Gedächtnisstörungen: Ursachen, Risiken und Zusammenhänge

Die Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die durch vaskuläre und neuronale Komponenten gekennzeichnet ist. Obwohl die genauen Ursachen und Entstehungsmechanismen bis heute nicht vollständig geklärt sind, wird aufgrund der Beteiligung der Hirngefäße an der Migränesymptomatik seit längerem untersucht, ob es Zusammenhänge zwischen der Kopfschmerzerkrankung und dem Auftreten von Gefäßerkrankungen/Schlaganfällen oder dem Verlust kognitiver Fähigkeiten gibt.

Migräne und kognitive Beeinträchtigungen

Es hat sich gezeigt, dass insbesondere Migräneerkrankungen mit Aura (d. h. neurologische Störungen, die der Kopfschmerzphase vorausgehen) mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen assoziiert sind. Solche Auffälligkeiten im Hirngewebe sind wiederum mit einem erhöhten Risiko kognitiver Störungen assoziiert, woraus sich die Frage ergibt, ob eine Migräne selbst auch einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenzerkrankung darstellt.

Was ist "Brain Fog"?

Der Begriff „Brain Fog“ bedeutet übersetzt „Nebel im Gehirn“. Darunter werden vor allem folgende Symptome zusammengefasst:

  • Verwirrtheit
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Wortfindungsstörungen
  • Langsames Denken
  • Orientierungsprobleme
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen

Insgesamt macht es der Nebel im Gehirn den Betroffenen schwer, ihre Arbeit und ihren Alltag zu bewältigen. Der Begriff „Brain Fog“ wird in der Regel dann verwendet, wenn die Beschwerden nicht nur kurzfristig und vorübergehend auftauchen, sondern wenn sich daraus ein verfestigter Zustand entwickelt.

Ursachen von "Brain Fog"

Die unter dem Begriff „Brain Fog“ zusammengefassten Beschwerden können durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden. Einige davon sind eher leicht behebbar, etwa Flüssigkeitsmangel, zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel oder schlechte Ernährung.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

Ein Übermaß an Stress kann ebenfalls für Nebel im Gehirn sorgen. Und auch Veränderungen infolge von Schwangerschaft oder Wechseljahren, können den Zustand begünstigen. Außerdem ist „Brain Fog“ als Symptom diverser Krankheiten und als Nebenwirkung von Therapien dokumentiert. Das gilt zum Beispiel für Diabetes, ADHS, Long Covid und das Posturale Tachykardiesyndrom, also Herzrasen und Schwindel beim Aufstehen. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen können mit „Brain Fog“ einhergehen.

Ein Zusammenhang mit Migräne oder vergangenen Gehirnerschütterungen scheint zu existieren. Außerdem tritt der Zustand als Nebenwirkung von Chemotherapien gegen Krebs und anderen medikamentösen Therapien auf. Und auch im Zusammenhang mit langen Krankenhausaufenthalten wurde „Brain Fog“ beobachtet.

Es muss weiter dazu geforscht werden, was die Schwierigkeiten im Gehirn genau auslöst. Es gibt Hinweise darauf, dass „Brain Fog“ in manchen Fällen durch Entzündungen im Gehirn ausgelöst werden könnte. Andere Forschungsergebnisse deuten auf eine fehlerhafte Regulierung des Blutflusses im Hirn der Betroffenen. Und auch ein Mangel an Serotonin, einem wichtigem Botenstoff, der eine Fülle von Funktionen im Gehirn beeinflusst, könnte eine Rolle spielen.

Auch Menschen, die dauerhaft oder über längere Zeit unter den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus leiden, oft über „Brain Fog“. Betroffene sind nicht nur häufig körperlich schnell erschöpft, auch konzentriertes Denken fällt ihnen schwer.

Was kann man gegen „Brain Fog“ tun?

Die gezielte Behandlung von „Brain Fog“ als Folge von Krankheiten oder medizinischen Therapien ist in vielen Fällen deshalb problematisch, weil die Wissenschaft noch nicht die genauen Mechanismen verstanden hat, die für die Probleme im Gehirn sorgen. Neben Long Covid gilt das auch für „Brain Fog“ in Folge von Chemotherapien, der bei manchen Menschen noch Monate oder Jahre nach der Behandlung anhalten kann.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Für Symptome in den Wechseljahren könnten nach momentanem Forschungsstand Veränderungen im Gehirn verantwortlich sein, die aber in wesentlichen Teilen reversibel sein sollen. Auch kurz vor und nach der Geburt haben viele Frauen das Gefühl, sich schlecht konzentrieren zu können oder Dinge zu vergessen. Tatsächlich sind bei Schwangeren permanente Veränderungen des Gehirns als Vorbereitung auf die Zeit als Mutter dokumentiert. Allerdings legen Studien nahe, dass die selbst wahrgenommenen Probleme oft mit der Lebenssituation von Frauen kurz vor oder nach einer Geburt zu tun haben könnten - also zum Beispiel mit Schlafmangel und vielen zusätzlichen Aufgaben, die es im Kopf zu behalten gilt. Das Gehirn funktioniert nicht schlechter als vorher. In solchen Fällen erleichtern Notizen den Alltag.

Punktgenaue Behandlungen gegen „Brain Fog“ existieren in solchen Fällen leider nicht, hilfreich kann es aber schon sein, gesünder zu schlafen, sich mehr zu bewegen oder Stress abzubauen.

Auch eine gute Ernährung sorgt dafür, dass das Gehirn optimal mit Nährstoffen versorgt wird. Achten sollte man hier auf Kohlenhydrate aus Vollkorn, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (etwa aus Nüssen, Avocados oder Lachs), Eiweiß (vor allem aus mageren Milchprodukten, Eiern, Fisch, Hülsenfrüchten und Nüssen), Gemüse und Obst sowie mindestens anderthalb Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag.

Der „Brain Fog“ ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Oberbegriff für eine Reihe von Symptomen, die von unterschiedlichen Erkrankungen verursacht sein können. Deshalb werden Ärztin oder Arzt versuchen, die Ursache zu finden und zu behandeln, falls dies möglich ist.

Zur Behandlung von Diabetes oder ADHS zum Beispiel gibt es Medikamente. Depressionen oder Angstzustände können mit Psychotherapien oder Antidepressiva behandelt werden.

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

Solange das keine Linderung bringt, können Betroffene versuchen, sich mit den Symptomen zu arrangieren, um ihr Leben bestmöglich weiterzuführen. Pausen geben im Alltag dem Gehirn die Möglichkeit, sich zu erholen.

Studien zum Zusammenhang zwischen Migräne und Demenz

Eine Studie analysierte 12 495 Teilnehmer im Alter zwischen 51 und 70 Jahren, darunter 1397 Migränepatienten. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 21 Jahre. Die Diagnose Demenz wurde anhand von kognitiven Tests, neuropsychologischen Untersuchungen und der klinischen Beurteilung von Verdachtsfällen gestellt.

Die Ergebnisse zeigten, dass es insgesamt statistisch keine Assoziation zwischen Migräne und der Demenz-Inzidenz gab. Es wurden auch Kovariablen erfasst und überprüft, die einen Einfluss auf die Ergebnisse haben könnten (z. B. Alter, Geschlecht, Bildung, kardiovaskuläre Risikofaktoren). Es fand sich auch keine statistisch bedeutsame Interaktion zwischen Migräne, Demenz und den einzelnen Kovariablen.

Professor Dr. med. betont: „Trotz der Tatsache, dass Migränepatienten in seltenen Fällen Veränderungen im Hirngewebe aufweisen, haben die Betroffenen kein höheres Risiko, eine Demenz zu entwickeln.“ Allerdings weist der Experte darauf hin, dass die Betroffenen, vor allem Frauen, die an einer Migräne mit Aura leiden, hinsichtlich ihres Schlaganfallrisikos überwacht und zusätzliche Gefäßrisiken (z. B. Rauchen, Bluthochdruck) reduziert werden sollten.

Migräne als Risikofaktor für Demenz

Migränepatienten tragen per se ein höheres Risiko als Personen ohne chronische Kopfschmerzen, im Alter an einer Demenz zu erkranken. Ganz neu ist der Zusammenhang zwischen Migräne und Demenz nicht. Skandinavische Forscher liefern nun allerdings erstmals Details darüber, wie groß das Risiko für die Demenzentwicklung bei unterschiedlichen Migränetypen ausfällt. Ihre Ergebnisse gehen zurück auf Daten von 62 578 Personen der Jahrgänge 1935-1956 des dänischen Nationalregisters. Die mehr als 10 857 Patienten hatten ihre Migränediagnose vor dem 59. Lebensjahr in einem Krankenhaus erhalten und median 18,3 Jahre, bevor eine Demenz erkannt worden war. Bis zu einem Alter von 68 Jahren bzw. 69 Jahren erkrankten insgesamt 207 Migräniker und 640 Gesunde an Demenz. Für die Migränepatienten lag das Risiko um 50 % höher. Die unter ihnen, deren Kopfschmerzen von einer Aura begleitet wurden, hatten ein doppelt so hohes Demenzrisiko wie die gesunden Kontrollen (HR 2,11). Unter denjenigen ohne Aura lag die Rate um 19 % höher als bei Personen ohne Migräne.

Transiente globale Amnesie (TGA)

Patienten mit einer transienten globalen Amnesie (TGA) leiden unter einer plötzlich einsetzenden retrograden und anterograden Amnesie, die über eine Dauer von maximal 24 Stunden anhält. Im Mittel dauern die Symptome für sechs bis acht Stunden an. Die Vigilanz der Patienten ist nicht beeinträchtigt und komplexe, erlernte Fähigkeiten, beispielsweise Auto fahren, können weiterhin ausgeführt werden. Die Betroffenen sind bis auf die Amnesie fokal-neurologisch unauffällig. Nicht selten treten unspezifische Begleitsymptome wie Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen auf. Nach Abklingen der Akutsymptome bleiben häufig noch vegetative Beschwerden wie Erschöpfbarkeit, Nervosität oder Reizbarkeit für einige Tage bestehen. Betroffen sind überwiegend Personen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Die S1-Leitlinie „Transiente globale Amnesie“ möchte Mediziner beim Erkennen der TGA-Symptomatik unterstützen und einen Überblick zu Klinik, Diagnostik und Therapie der TGA geben. Dadurch soll die Abgrenzung zu anderen Amnesie-Ursachen verbessert werden.

Neuerungen im Leitlinien-Update TGA

In der überarbeiteten Version der Leitlinie werden unter anderem Neuerungen zum Rezidivrisiko, tageszeitlichen Schwankungen des TGA-Risikos und neue Erkenntnisse aus der MRT bei TGA präsentiert.

Das Rezidivrisiko liegt zwischen 12 und 27%. Der Großteil der Patienten (85%) erleidet drei oder weniger Rezidive. Eine Metaanalyse wertete 36 Studien aus. Hier ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Risiko eines TGA-Rezidivs und Migräne, Depression und sexueller Aktivität als Triggerfaktoren. Geschlechtsverkehr verstärkt nicht nur das Rezidivrisiko, sondern gilt insgesamt als möglicher Auslöser einer TGA. Daneben gelten ausgeprägte körperliche Anstrengungen, emotional-psychische Belastungen und Sprünge in kaltes Wasser als mögliche auslösende Ereignisse.

In einer Studie war das Risiko für eine TGA während des Vormittags (10-11 Uhr) und am späteren Nachmittag (17-18 Uhr) am größten. Die Forscher vermuten hier die zu beiden Risiko-Peaks passenden Aktivitätsmuster des vegetativen Nervensystems und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse als Hintergrund.

Aufgrund einiger klinischer Parallelen wird ein Zusammenhang zwischen Migräne und TGA bereits seit den 1980er Jahren vermutet. Eine aktuelle Metaanalyse bestätigt dies: Das TGA-Risiko bei Migränepatienten war hier um das 2,5fache erhöht.

Mehrere Untersuchungsmethoden (funktionelle und morphometrische MRT, quantitative EEG-Analysen) konnten Veränderungen der funktionellen Konnektivität im limbischen System und Hippocampus zeigen. Dies passt auch zur aktuell vermuteten Pathogenese der Gedächtnisstörung, die noch nicht abschließend geklärt ist. Man geht derzeit von einer passageren Funktionsstörung von mediobasalen Temporallappenanteilen aus, unter Einschluss beider Hippocampi.

Im Hippocampus, besonders in der CA1-Region, findet man 24-72 Stunden nach der TGA typische Läsionen in der diffusionsgewichteten Bildgebung (DWI-Läsionen), welche meist von einer T2-Hyperintensität begleitet sind. Neu ist auch, dass bei bis zu 11% der Patienten zusätzlich kleine DWI-Veränderungen außerhalb des Hippocampus auftreten.

Migräne mit Aura

„Aura“ - ein Phänomen, das Mediziner nach Aurora, der römischen Göttin der Morgenröte, benennen. Denn ähnlich wie die aufsteigende Sonne den Tag einleitet, kündigen Wahrnehmungsstörungen die bevorstehende Kopfschmerzphase an. Menschen, die von Migräne mit Aura betroffen sind, können während der Attacken an diversen Seh-, Gefühls- und Sprachstörungen leiden. Manche entwickeln gar das Alice-im-Wunderland-Syndrom, welches durch eine verzerrte Wahrnehmung geprägt ist.

Mediziner unterscheiden zwei Arten von Migräne: Die Migräne ohne Aura und die Migräne mit Aura. Von Letzterer sind etwa 15 bis 25 Prozent der Migränepatienten betroffen.

Unter einer Migräne-Aura ist eine anfallsartige neurologische Störung zu verstehen, die sich vor allem in Sehbeschwerden äußert und normalerweise zwischen 5 und 60 Minuten andauert. Folgen mehrere Aura-Symptome aufeinander, kann sich die Dauer auch verlängern. Innerhalb einer Stunde nach Beginn der Aura setzen gewöhnlich die Kopfschmerzen ein.

Ursachen für Migräne mit Aura

Bei Migräne mit Aura sind die Ursachen wie auch bei der Migräne ohne Aura bisher noch nicht abschließend erforscht. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass Menschen mit Migräne eine Überempfindlichkeit der Nervenzellen in der Hirnrinde aufweisen. Im Rahmen einer Attacke kommt es zu einer verstärkten Erregung von Nervenzellen, insbesondere des Trigeminusnervs, der für die Schmerzwahrnehmung im Gesicht hauptverantwortlich ist. Im Vergleich zur Migräne ohne Aura wurde bei Migräne-Patienten mit Aura jedoch eine verminderte Hirndurchblutung in bestimmten Hirnarealen festgestellt. Dementsprechend könnte ein Sauerstoffmangel in betroffenen Hirnregionen für die Aura-Symptome verantwortlich sein. Grundlage dieser Störung ist vermutlich ein genetischer Defekt.

Einig ist sich die Medizin, dass es bestimmte Auslöser - sogenannte Trigger - gibt, die Migräneattacken mit Aura hervorrufen können. Solche Auslöser sind beispielsweise Stress, Wetterumschwünge und bestimmte Gerüche.

Symptome von Migräne mit Aura

Bei Migräne mit Aura sind die Symptome visuelle, sensible und sprachliche (aphasische) Störungen.

Bei fast allen Migränepatienten (99 Prozent) mit Aura kommt es zu Sehstörungen. Die Migräne kann beispielsweise folgende Bildstörungen auslösen:

  • Skotom (Sehkraft lässt innerhalb eines Gesichtsfeldes nach oder fällt komplett aus)
  • Blendende Kreise oder Vierecke (die sich immer weiter ausbreiten)
  • Zickzacklinien
  • Blitzlichter
  • Sternschnuppen

Die Sehstörungen treten unabhängig davon auf, ob die Augen offen oder geschlossen sind. In der Regel bilden sie sich innerhalb von einer Stunde wieder zurück. Bei 30 bis 54 Prozent der Betroffenen treten außerdem Gefühlsstörungen auf. Migränepatienten mit Aura berichten beispielsweise von einem Kribbel- oder Taubheitsgefühl in Händen, Armen oder Wangen. Seltener (in 9 bis 31 Prozent der Fälle) sind auch Sprachstörungen möglich. Diese äußern sich zum Beispiel dadurch, dass die Aussprache und/oder die richtige Verwendung von Worten beeinträchtigt ist.

Atypische Migräne-Aura

Von der typischen Migräne-Aura werden atypische Auren unterschieden. Darunter fällt die Migräne mit Hirnstammaura. Betroffene leiden an Hirnstammsymptomen wie Drehschwindel, Tinnitus, Doppelbildern oder Bewusstseinsstörungen.

Eine hemiplegische Migräne diagnostizieren Ärzte, wenn die Aura mit motorischen Störungen wie einer halbseitigen Lähmung einhergeht. Die motorischen Symptome können länger andauern als andere Aura-Symptome, sie bilden sich aber innerhalb von 72 Stunden ebenfalls wieder vollständig zurück. Sind in der Familie (ersten oder zweiten Verwandtschaftsgrades) ähnliche Migränefälle bekannt, wird die Migräne noch spezifischer als familiär hemiplegische Migräne definiert.

Eine weitere atypische Form ist die retinale Migräne; „Retina“ ist der medizinische Begriff für Netzhaut. Charakteristisch für diese sehr seltene Migräneform sind vorübergehende, visuelle Phänomene wie plötzliches Flimmern vor dem Auge, Gesichtsfeldausfälle (Skotome) oder eine Erblindung.

Alice-im-Wunderland-Syndrom

Bei den Wahrnehmungsstörungen erscheinen den Betroffenen beispielsweise der eigene Körper ganz klein und der umgebende Raum riesengroß. Auch Halluzinationen und Orientierungsverlust können auftreten. Der Name des Syndroms leitet sich von dem gleichnamigen Kinderbuch ab, in dem das Mädchen Alice unter anderem abwechselnd schrumpft und wieder wächst. Wahrscheinlich liegen dem Syndrom organische oder funktionelle Veränderungen in einem bestimmten Bereich des Gehirns zugrunde, dem Temporallappen. Das ist aber noch nicht endgültig erforscht.

Subjektive kognitive Beschwerden bei Migräne

Bei Migränepatienten können auch subjektiv empfundene Beschwerden in der Denkleistung auftreten. Dies wurde vor allem im Zusammenhang mit Gedächtnisstörungen gesehen. Bislang war allerdings unklar, wie die Schwere dieser Störungen mit Charakteristiken der Migräne, etwa Häufigkeit der Anfälle oder Auftreten von Aura-Symptomen, zusammenhängt.

Eine Studie rekrutierten 669 Patienten, die in einer Klinik in Taiwan ambulant behandelt wurden. Die Patienten wurden nach Häufigkeit der Migräne sowie nach Vorhandensein einer Aura gruppiert. Verschiedene mögliche Erklärungen für Gedächtnisprobleme, unter anderem etwa geringe Schlafqualität oder Depression, wurden als Faktoren in der Analyse mit berücksichtigt. Die Gedächtnis-Symptome der Patienten wurden mit zwei Fragebögen abgeklärt.

Insgesamt tendierten subjektive Gedächtnisbeschwerden dazu, mit zunehmender Migränehäufigkeit bei Patienten mit Migräne mit Aura schwerer zu werden. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch in den AD8-Werten bei Frauen mit Migränge mit Aura - die subjektiven Einschätzungen spiegelten sich also auch in einem konkreteren Fragebogen zur Erkennung von Gedächtnisstörungen wider. Schlechte Schlafqualität war ebenfalls mit größeren subjektiven Gedächtnisbeschwerden und mit höheren Werten im AD8-Fragebogen assoziiert.

Subjektive Beschwerden in der Denkleistung tendierten schwerer zu werden, wenn Patienten häufiger unter Migräne mit Aura litten. Dieser Zusammenhang wurden außerdem besonders durch die Schwere depressiver Symptome und Schlafstörungen beeinflusst. Demnach sind subjektive Beschwerden auch mit etablierten Interviewbögen ersichtlich, also nicht eingebildet.

Demenz

Treten jedoch im Alter erste Gedächtnisstörungen und Vergesslichkeit auf und lässt die mentale Leistungsfähigkeit nach, kann dies ein deutliches Zeichen für eine Demenzerkrankung sein. „Eine Demenz umfasst verschiedene Krankheitsbilder und zieht nach und nach das ganze Sein des Betroffenen in Mitleidenschaft: ihre oder seine Wahrnehmung, Verhalten und Erleben“, sagt der Experte. Bis zu 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. „Die Alzheimer-Demenz beginnt schleichend, wird aber von den Betroffenen bewusst registriert und oft aus Scham, Wut und Angst verdrängt. Leichte Gedächtnislücken, Stimmungsschwankungen, erste Sprachschwierigkeiten, örtliche und zeitliche Orientierungsstörungen werden oft nach außen verharmlost. Hier sollte sich die oder der Betroffene aber unbedingt einer Ärztin bzw.

Auch hier wirkt sich neben der medikamentösen Therapie geistige Aktivität aus. Intellektuell tätige Menschen erkranken zwar nicht seltener an der Alzheimer-Krankheit, können aber der Erkrankung länger etwas entgegensetzen, wenn sie ihre Aktivitäten beibehalten. Medikamente wirken vorrangig in einem leichten Stadium, wenn also eine Demenzerkrankung noch nicht fortgeschritten ist.

tags: #migrane #mit #gedachtnisstorungen