Migräne und Schlafstörungen: Medikamente und Behandlungsansätze

Viele Menschen mit Migräne leiden auch unter Schlafstörungen. Dieser Artikel untersucht die verschiedenen Medikamente und Behandlungsansätze, die sowohl bei Migräne als auch bei Schlafstörungen eingesetzt werden können, und berücksichtigt dabei die potenziellen Risiken und Vorteile.

Schlafmittel bei Schlafstörungen

Schlafmittel können eine kurzzeitige Lösung für Schlafstörungen sein, aber sie bekämpfen nicht die Ursachen. Arzneimittel-Expertin Sabine Jablonka vom AOK-Bundesverband weist darauf hin, dass Schlafmittel lediglich vorübergehend beim Ein- oder Durchschlafen helfen können. Ärzte empfehlen, zuerst nicht-medikamentöse Ansätze zu verfolgen, um die Ursachen der Schlafstörungen zu finden und langfristig die Nachtruhe zu verbessern.

Pflanzliche Mittel

Pflanzliche Mittel wie Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume sind beliebte, frei verkäufliche Optionen. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich (Tabletten, Dragees, Tropfen, Tee) und haben in der Regel keine schweren Nebenwirkungen. Allerdings gibt es keine aussagekräftigen Studien, die ihre Wirksamkeit belegen. Mögliche Nachteile sind allergische Reaktionen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Wechselwirkungen mit anderen Beruhigungsmitteln.

Antihistaminika

Antihistaminika, die ursprünglich für Allergiker entwickelt wurden, haben als Nebenwirkung Müdigkeit. Einige Wirkstoffe wie Diphenhydramin und Doxylamin sind rezeptfrei erhältlich, während andere (Hydroxyzin, Promethazin) verschreibungspflichtig sind. Es ist nicht sicher nachgewiesen, ob Antihistaminika bei Schlafstörungen helfen. Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Unruhe, Schwindel, Mundtrockenheit sowie Konzentrations- und Sehstörungen. Die Einnahme sollte immer mit einem Arzt besprochen werden, besonders bei Vorerkrankungen wie Prostatabeschwerden.

Melatonin

Melatonin ist ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Melatonin-haltige Schlafmittel sind verschreibungspflichtig und nur für eine kurzzeitige Behandlung von Personen ab 55 Jahren zugelassen (mit Ausnahmen). Als Nahrungsergänzungsmittel ist Melatonin rezeptfrei erhältlich. Studien deuten auf eine mögliche Wirkung bei Ein- und Durchschlafstörungen hin, aber weitere Forschung ist notwendig. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Unruhe sind möglich. Bei Einnahme anderer Medikamente ist ärztliche Beratung erforderlich.

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Antidepressiva und Antipsychotika

Einige Antidepressiva mit sedierender Wirkung werden auch als Schlafmittel eingesetzt, insbesondere bei Patienten mit Depressionen und begleitenden Schlafstörungen. Die Anwendung bei Schlafproblemen ohne Depression ist ein sogenannter Off-Label-Use. Antidepressiva machen nicht süchtig, können aber beim Absetzen Unruhe verursachen. Über Wirkungen, Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen bei Schlafstörungen ist noch wenig bekannt. Ähnlich verhält es sich mit Antipsychotika, von denen einige für die Therapie von Schlafstörungen zugelassen sind (vor allem in der Altersheilkunde), andere nur bei akuten psychotischen Erkrankungen. Wissenschaftliche Belege für die Wirkung bei Schlafstörungen fehlen bisher. Mögliche Nebenwirkungen sind innere Unruhe, Übelkeit, allergische Reaktionen oder Herzrhythmusstörungen. In Kombination mit Alkohol und anderen Medikamenten sind unerwünschte Wirkungen möglich.

Benzodiazepine und Z-Substanzen

Benzodiazepine und Z-Substanzen wirken angstlösend, dämpfend und entkrampfend. Sie verkürzen die Einschlafzeit und verlängern die Schlafdauer. Allerdings können sie gefährlich sein, da ihre Wirkung mehrere Stunden oder sogar Tage anhalten kann. Betroffene fühlen sich oft nicht erholt, sondern schläfrig, und die Schlafqualität kann schlechter sein. Reaktionsvermögen, Konzentration und Aufmerksamkeit können beeinträchtigt sein, was im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen gefährlich ist. Ältere Menschen haben aufgrund der muskelentspannenden Wirkung ein erhöhtes Sturzrisiko. Diese Schlafmittel machen schnell abhängig; bereits zwei Wochen reichen aus, damit sich der Körper daran gewöhnt und eine höhere Dosis verlangt. Z-Substanzen wirken ähnlich wie Benzodiazepine, werden aber schneller abgebaut. Dennoch können sie am Folgetag beeinträchtigen und schnell zu einer Abhängigkeit führen. Aufgrund der großen Gefahr der Gewöhnung sollte eine Einnahme sorgfältig abgewogen werden. Die Therapie sollte ärztlich begleitet und nach spätestens vier Wochen beendet werden. Das Absetzen sollte schrittweise und unter ärztlicher Begleitung erfolgen, um Entzugssymptome oder erneute Schlafstörungen zu vermeiden.

Migränebehandlung und Medikamente

Die Behandlung der chronischen Migräne zielt darauf ab, die Kopfschmerztage signifikant zu reduzieren. Heute stehen vielfältige Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit denen sich die Migräne meist gut in den Griff bekommen lässt. Am vielversprechendsten ist eine Kombination aus Medikamenten und begleitenden Maßnahmen. Die Behandlung von Migräne und insbesondere der Chronischen Migräne gehört in die Hände erfahrener Kopfschmerzspezialisten. Alle Maßnahmen (medikamentös oder nicht-medikamentös) sollten immer auf die persönliche Lebenssituation abgestimmt sein.

Allgemeine Maßnahmen bei einer Migräne-Attacke

Bei einem Anfall sollten sich Patienten nach Möglichkeit in einen abgedunkelten, geräuscharmen Raum zurückziehen. Vielen hilft Schlaf. Eine kühlende Kompresse kann ebenfalls helfen.

Akuttherapie bei Migräne

Manchen hilft es oft schon, sich zurückzuziehen und sich auszuruhen. Bei Bedarf kann noch ein rezeptfreies Schmerzmedikament, ein sogenanntes Akutschmerzmittel, aus der Apotheke eingenommen werden. Die Einnahme sollte für eine bestmögliche Wirksamkeit frühzeitig erfolgen. Zu den bekannten „Klassikern“ gegen Kopfschmerzen zählen Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Speziell für mittlere bis schwere Migräne-Anfälle stehen Medikamente aus der Gruppe der Triptane zur Verfügung. Allerdings ist die Wirkdauer begrenzt. Bei längeren Migräneanfällen kann es nach einer beschwerdefreien Phase erneut zu Kopfschmerzen und anderen Symptomen kommen. Alle Schmerzmittel, vor allem Medikamente gegen Migräne, können bei zu häufiger Einnahme schädlich sein. Sie können zu einem Dauerkopfschmerz führen, einem sogenannten Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerztabletten benötigen.

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Migräneprophylaxe

Werden Kopfschmerzen und Migräne von der Ausnahme zu nahezu ständigen Begleitern, so kann eine Behandlung mit Akutschmerzmitteln keine (alleinige) Lösung sein: Hier gewinnt die Migräne-Prophylaxe (Vorbeugung) an Bedeutung. Ziel der Prophylaxe bei Chronischer Migräne ist, dass die Schmerzattacken deutlich weniger werden und/oder die Schmerzstärke spürbar geringer wird. Eine medikamentöse Prophylaxe sollte gemäß Leitlinien erwogen werden, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • 3 oder mehr Migräneattacken im Monat
  • Anzahl der Migräneattacken nimmt zu
  • Migräneattacken dauern länger als 72 Stunden
  • Schmerz- oder Migränemittel wirken nicht ausreichend
  • Einnahme von Schmerz- oder Migränemittel an > 10 Tagen im Monat
  • Lebensqualität durch Migräne stark eingeschränkt

Bestimmte Arzneimittel können die Anzahl und die Schwere von Migräneattacken langfristig verringern. Es gibt unterschiedliche Darreichungsformen der Medikamente, zum Beispiel als Tablette, Fertigspritze oder Fertigpen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie regelmäßig eingenommen oder verabreicht werden müssen. Einige der Substanzen sollten nicht von Frauen in der Schwangerschaft oder mit Kinderwunsch verwendet werden.

Antiepileptika / Antikonvulsiva

Antiepileptika sind krampflösende Wirkstoffe und finden eigentlich Anwendung in der Therapie von Epilepsie, werden aber auch in der Migränebehandlung eingesetzt. Mögliche Nebenwirkungen von Antiepileptika als Prophylaktika bei Migräne sind z.B. Müdigkeit, Hautausschläge oder Missempfindungen wie Kribbeln der Haut und Schwindel.

Blutdrucksenker

Bestimmte Blutdrucksenker werden zur Vorbeugung von Migräneattacken angewendet. Sie beruhigen das Nervensystem, verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck. Es können sowohl Betablocker als auch ACE-Hemmer oder Sartane zum Einsatz kommen. Zu den Nebenwirkungen von Betablockern gehören z.B. Müdigkeit, Schwindel, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Calciumantagonisten

Der Kalziumkanal-Blocker Flunarizin wird vorwiegend zur Behandlung von Schwindel eingesetzt, diese zeigt auch Effekte in der Migräneprophylaxe. Die Wirkweise ist noch nicht gänzlich geklärt. Sie basiert vermutlich auf der Blockade des Calciumstroms in die Muskelzellen, welcher fürs Zusammenziehen und Anspannen von Muskeln sorgt. Allerdings kommt es unter der Einnahme vermehrt zu Nebenwirkungen wie z.B. Depressionen und Gewichtzunahme.

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Gegen CGRP und seinen Rezeptor gerichtete Wirkstoffe

Der Botenstoff CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide) wirkt gefäßerweiternd. CGRP wird eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie der Migräne zugeschrieben. Es gibt so genannte monoklonale Antikörper, die unter die Haut gespritzt oder als Infusion gegeben werden. Als Nebenwirkungen können z.B. Rötungen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Verstopfung oder Schwindel auftreten. Es gibt auch Gepante, die oral gegeben werden. Als Nebenwirkungen können z.B. Übelkeit, Verstopfungen, Müdigkeit oder Schläfrigkeit, verminderter Appetit oder Gewichtsabnahme auftreten.

Neuromodulatoren

Die Zahl der Migräneanfälle kann durch Injektionen eines sogenannten Neuromodulators verringert werden. Der Wirkstoff kann hilfreich in der Medizin eingesetzt werden, indem er z. B. die Ausschüttung des Botenstoffs Acetylcholin an der Verbindung von Nerven und Muskeln hemmt. Zudem wird vermutet, dass der Wirkstoff die an der Migräneentstehung beteiligte Neuropeptiden wie CGRP beeinflusst. Nebenwirkungen können z.B. muskelkaterähnliche Beschwerden, hängende Augenlider oder Schmerzen an der Injektionsstelle sein.

Trizyklische Antidepressiva

Unter den Antidepressiva, die normalerweise zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, wird nur ein Medikament zur Vorbeugung einer Migräne empfohlen: der nicht selektive Monoamin-Rückaufnahme-Hemmer Amitriptylin. Möglich Nebenwirkungen sind z.B. Verstopfung oder Kreislaufschwäche.

Nicht-Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung der Chronischen Migräne sollte dabei nicht nur Medikamente umfassen. Auch begleitende Maßnahmen, also nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, können viel bewirken. Dazu gehören z. B.:

  • Sport- und Physiotherapie
  • Psychologische Beratung
  • Entspannungsverfahren
  • Akupunktur
  • Neurostimulation
  • Biofeedback-Therapie

Medikamentöse Migräne-Prophylaxe: Dosierung und Dauer

Es ist wichtig, sich behutsam an die richtige Dosis der Medikamente heranzutasten. Ein auf dem Gebiet der Migräne erfahrener Hausarzt oder Neurologe steigert sie langsam bis zur ersten Zieldosis, von der er üblicherweise eine Wirkung erwartet. Ob eine medikamentöse Vorbeugung bei Migräne wirksam ist oder nicht, lässt sich erst nach einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten sagen. Um nachvollziehen zu können, ob die vorbeugende Therapie anschlägt, empfiehlt es sich, bereits Wochen vor Beginn der medikamentösen Migräne-Prophylaxe mit dem Führen eines Migränetagebuchs zu beginnen.

Migräneprophylaxe-Medikamente im Überblick

Es gibt mehrere Wirkstoffgruppen, die bei der Migräne-Prophylaxe zum Einsatz kommen. Diese sind jedoch nicht immer migränespezifisch, das heißt, sie wurden nicht speziell gegen die Erkrankung entwickelt. Bei der Therapie mit CGRP-Antikörpern handelt es sich um eine migränespezifische Prophylaxe. Sie kommt bei Migräne-Patienten zum Einsatz, die aufgrund von Vorerkrankungen andere Medikamente nicht einnehmen dürfen. Migräne-Patienten bekommen in der Regel zunächst eine niedrige Dosierung von Prophylaktika und müssen sie oft für mehrere Monate einnehmen, um eine Wirksamkeit nachweisen zu können. Interessant: Auch pflanzliche Präparate, Vitamine und andere Substanzen kommen in der Migräne-Prophylaxe zum Einsatz.

Antidepressiva

Antidepressiva kommen in erster Linie bei der Behandlung von Depressionen zum Einsatz. Generell gelten Antidepressiva als gut verträglich, trotzdem können sie zu Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Kreislaufschwäche führen.

Betablocker

Betablocker sind Arzneistoffe, die Ärzte bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck, aber auch zur Migräne-Prophylaxe verschreiben. Sie können Bindungsstellen von verschiedenen Botenstoffen blockieren und dadurch zum Beispiel die Wirkung des Stresshormons Adrenalin hemmen. Vorbeugend gegen Migräne haben sich Betablocker in verschiedenen Studien als wirkungsvoll erwiesen. Der Wirkmechanismus setzt bei den Migräne-Ursachen an.

Antikonvulsiva (Antiepileptika)

Eine weitere Wirkstoffgruppe, die Ärzte zur Migräne-Prophylaxe verschreiben, sind Antikonvulsiva (auch Antiepileptika genannt).

Kalziumantagonisten (Kalziumkanalblocker)

Kalziumantagonisten, auch Kalziumkanalblocker genannt, nutzen Ärzte für gewöhnlich in der Therapie von Herz- und Gefäßkrankheiten wie einer Herzenge (Angina pectoris). Die Medikamente können den Kalziumstrom hemmen, den Blutdruck senken und die Gefäße erweitern.

Nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe

Neben der medikamentösen Migräne-Prophylaxe ist die nicht-medikamentöse Vorbeugung ein wichtiger Baustein. Als entscheidend gilt dabei, sie in ein stimmiges Grundkonzept einzubinden.

Akupunktur

Viele Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Frage, ob Akupunktur zur Vorbeugung von Migräne dienen kann. Nachgewiesen ist bisher, dass die Häufigkeit von Migräne-Attacken nach einer Akupunktur oftmals abnimmt. Ob das Prinzip der Akupunktur bei Migräne eine Wirkung erzielt, hängt auch davon ab, um welche Migräneform es sich handelt. Wissenschaftlich belegt ist, dass Akupunktur zur Vorbeugung von episodischer Migräne beitragen kann. Handelt es sich um chronische Migräne, konnten Forscher bisher keine aussagekräftigen Erkenntnisse gewinnen.

Biofeedback-Therapie

Burnout, Rückenschmerzen, Verstopfung und sogar Inkontinenz - das Einsatzgebiet der sogenannten Biofeedback-Therapie ist vielfältig. Das Prinzip kommt auch zur Vorbeugung von Migräne zum Einsatz. Ziel ist es, über die Rückmeldung (Feedback) der eigenen Körperfunktionen auf bestimmte Situationen zu reagieren und diese bewusst zu beeinflussen. Im Fokus steht dabei, die Abläufe im Körper wahrzunehmen und besser kennenzulernen sowie einschätzen zu können. Dafür setzt der Arzt dem migränekranken Patienten Elektroden auf entsprechende Muskeln. Bei Migräne erfolgt meist eine Messung der Kopfmuskelaktivität sowie des Pulses. Während der Mediziner die Werte beobachtet, zeigt er dem Betroffenen, wie er die Funktionen selbst aktiv beeinflusst. Folglich kann die Person einer Migräne-Attacke möglicherweise vorbeugen.

Migräne-Piercing

Es besteht die Annahme, ein sogenanntes Migräne-Piercing am Ohrknorpel könne nach dem Prinzip der Akupunktur Migräne-Attacken vorbeugen. Bisher gibt es hierzu jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege - viele Experten raten sogar explizit davon ab. Da der Knorpelbereich weniger stark durchblutet ist, kann es vor allem hier zu einer langsameren Wundheilung und folglich zu Infektionen kommen.

Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training

Bei der progressiven Muskelentspannung handelt es sich um eine Entspannungsmethode. Menschen erlernen dabei, die wichtigsten Muskeln ihres Körpers kontrolliert anzuspannen und daraufhin wieder zu entspannen. Die progressive Muskelentspannung bei Migräne stammt von dem Arzt und Physiologen Edmund Jacobsen und soll bei regelmäßiger Anwendung unter anderem Migräne-Attacken vorbeugen. Patienten ist es möglich, diese Übungen selbst zu Hause durchzuführen. Das autogene Training ist ein bewährtes Entspannungsverfahren, welches Betroffene auch vorbeugend für Migräne-Attacken einsetzen können. Ursprünglich kommt die Methode aus der Psychotherapie. Sie hilft dabei, den Körper durch die Kraft der Gedanken zu beeinflussen und einen Entspannungszustand herzustellen. Grundsätzlich kann jeder das Verfahren erlernen. Bei den Übungen gibt es die Wahl zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen, sodass jeder für sich die passende finden kann.

Kognitive Verhaltenstherapie

Neben dem Einsatz von Medikamenten empfehlen Mediziner die Kombination mit einer Psychotherapie bei Migräne. Bewährt hat sich dabei die kognitive Verhaltenstherapie zur Vorbeugung von Migräne. Psychologische Faktoren wie Stress spielen bei herkömmlichen Kopfschmerzen eine wesentliche Rolle. Dies gilt auch für Migräne: Stress zählt zu den häufigsten Auslösern einer Attacke und kann deren Häufigkeit steigern. Auch wenn sich Alltagstrubel nicht immer vermeiden lässt, haben Patienten die Möglichkeit, hier zielgerichtet entgegenzuwirken.

Weitere Tipps zur Migräne-Prophylaxe

Welche Maßnahmen vorbeugend gegen Migräne-Attacken hilfreich sind, hängt oftmals auch vom Betroffenen ab. Was für den einen Menschen Entspannung bedeutet, nimmt ein anderer als Stress wahr. Es gilt, in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt selbst herauszufinden, welche Methoden Wirkung zeigen. Zu den sogenannten Basismaßnahmen zählen unter anderem:

  • Ausdauersport wie Schwimmen, Walken oder Radfahren (mindestens dreimal wöchentlich)
  • Stress reduzieren
  • Regelmäßige Pausen im hektischen Alltag
  • Genügend Schlaf
  • Gegebenenfalls zusätzlich vorhandene psychische Erkrankungen nicht ignorieren, sondern eine Behandlung in Anspruch nehmen
  • Schulungen und Aufklärung über Migräne

Zu guter Letzt gehört auch das Vermeiden individuell unterschiedlicher Migräne-Auslöser (sogenannte Trigger) zu den nicht-medikamentösen Maßnahmen, um der Migräne vorzubeugen.

Schlafmittel und Abhängigkeit

Bei pflanzlichen Schlafmitteln, melatoninhaltigen Präparaten sowie Antidepressiva und -psychotika brauchen Sie sich nicht um eine mögliche Abhängigkeit sorgen. Die Schlafmittel Benzodiazepine und Z-Substanzen bergen jedoch das große Risiko, abhängig zu machen. Zudem kann es auch bei Antihistaminika zu einem möglichem Gewöhnungseffekt kommen. Lassen Sie sich vor der Einnahme unbedingt ärztlich beraten.

Schlafmittel in Schwangerschaft und Stillzeit

Eine medikamentöse Therapie von Schlafstörungen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte erst in Betracht kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Schlafmittel, wie Benzodiazepine und Z-Substanzen, sollten vermieden werden, da sie dem Kind schaden können. Welche Schlafmedikamente in dieser Zeit infrage kommen, wird Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen besprechen.

Schlafmittel für Babys und Kinder

Schlafmittel, ob verschreibungspflichtig oder nicht, sind für Kinder in der Regel nicht geeignet und können ihnen sogar schwerwiegend schaden. Wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin, wenn Ihr Kind unter hartnäckigen Schlafproblemen leidet.

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