Der Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und Skabies: Eine umfassende Betrachtung

Juckreiz, in der Fachsprache als Pruritus bezeichnet, ist ein weit verbreitetes Symptom, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Er kann verschiedene Ursachen haben, von Hauterkrankungen bis hin zu neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS). In diesem Artikel werden wir den Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und Skabies (Krätze) untersuchen und einen Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Juckreiz geben.

Einführung in den Juckreiz (Pruritus)

Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung, die den Drang auslöst, sich zu kratzen. Er entsteht an den freien Nervenenden der Haut, insbesondere im Bereich der Hand- und Fußgelenke. Die Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin, Serotonin, Kininen und Neuropeptiden spielt dabei eine wichtige Rolle. Pruritus kann in jedem Alter auftreten, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt. In Deutschland leiden etwa 13,5 % der Bevölkerung an chronischem Juckreiz.

Ursachen von Juckreiz

Juckreiz kann viele verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:

Hauterkrankungen

Erkrankungen wie atopisches Ekzem (Neurodermitis), Nesselsucht (Urtikaria), Schuppenflechte (Psoriasis) und Kontaktekzem können Juckreiz verursachen. Bei diesen Erkrankungen tritt der Juckreiz oft am ganzen Körper auf. Auch Hautausschläge, die typischerweise im Kindesalter auftreten, sind oft juckend.

Eine weitere Hauterkrankung, bei der es zu Ausbrüchen kommen kann, ist die Skabies (Krätze).

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Neurologische Erkrankungen

Juckreiz kann infolge von Erkrankungen des Nervensystems entstehen, wie z. B. bei Multipler Sklerose.

Hormonelle Veränderungen

Innerhalb der Schwangerschaft kann es durch hormonelle Veränderungen zu Juckreiz kommen. Gleiches gilt auch für hormonelle Erkrankungen wie Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse und Diabetes.

Innere Erkrankungen

Bei bösartigen Erkrankungen kann Juckreiz eine Rolle spielen. Auch chronische Lebererkrankungen können Juckreiz verursachen.

Medikamente

Auch Medikamente können einen Juckreiz hervorrufen, z. B. Opioide.

Multiple Sklerose und Juckreiz

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Myelinscheiden der Nervenfasern zerstört werden. Dies kann zu einer Vielzahl von neurologischen Symptomen führen, darunter auch Juckreiz.

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Der Juckreiz bei MS kann verschiedene Ursachen haben:

  • Neuropathischer Juckreiz: Durch die Schädigung der Nervenfasern können fehlerhafte Signale an das Gehirn gesendet werden, die als Juckreiz wahrgenommen werden.
  • Medikamenteninduzierter Juckreiz: Einige Medikamente, die zur Behandlung von MS eingesetzt werden, können Juckreiz als Nebenwirkung verursachen.
  • Begleiterkrankungen: MS-Patienten haben möglicherweise auch andere Erkrankungen, die Juckreiz verursachen können, wie z. B. Hauterkrankungen oder Allergien.

Skabies (Krätze)

Skabies, auch bekannt als Krätze, ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht wird. Die Milben graben sich in die oberste Hautschicht ein und legen dort ihre Eier ab. Dies führt zu starkem Juckreiz, insbesondere nachts.

Symptome von Skabies

Die typischen Symptome von Skabies sind:

  • Starker Juckreiz, der sich nachts verschlimmert
  • Kleine, rote Papeln oder Bläschen auf der Haut
  • Milbengänge (feine, gewundene Linien auf der Haut)
  • Kratzspuren und sekundäre Hautinfektionen

Die Milbengänge sind oft schwer zu erkennen, da sie sehr klein sind und durch das Kratzen zerstört werden können. Die bevorzugten Stellen für Skabies sind die Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellenbogen, Achseln, Genitalbereich und Füße.

Übertragung von Skabies

Skabies wird durch direkten Hautkontakt übertragen, z. B. beim Händeschütteln, Kuscheln oder Geschlechtsverkehr. Auch über gemeinsam benutzte Gegenstände wie Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher kann Skabies übertragen werden, wenn diese kurz zuvor von einer infizierten Person benutzt wurden.

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Diagnose von Skabies

Die Diagnose von Skabies wird in der Regel anhand der typischen Symptome und des Nachweises von Milben, Eiern oder Milbenkot unter dem Mikroskop gestellt. Dazu wird ein Hautgeschabsel von einer betroffenen Stelle entnommen und untersucht.

Behandlung von Skabies

Skabies wird mit speziellen Cremes oder Lotionen behandelt, die die Milben abtöten. Diese werden auf den gesamten Körper aufgetragen und müssen über mehrere Stunden einwirken. Die Behandlung muss in der Regel nach einer Woche wiederholt werden, um auch die neu geschlüpften Milben abzutöten.

Auch enge Kontaktpersonen sollten mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome haben. Kleidung und Bettwäsche sollten bei mindestens 60°C gewaschen werden, um die Milben abzutöten. Gegenstände, die nicht gewaschen werden können, sollten für mindestens drei Tage in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden.

Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und Skabies

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und Skabies. MS-Patienten haben jedoch möglicherweise ein erhöhtes Risiko, an Skabies zu erkranken, da ihr Immunsystem durch die Erkrankung oder die Behandlung geschwächt sein kann. Zudem können MS-bedingte Empfindungsstörungen dazu führen, dass ein Skabiesbefall erst spät erkannt wird.

Es ist wichtig, Skabies bei MS-Patienten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um Komplikationen wie sekundäre Hautinfektionen oder eine Ausbreitung der Erkrankung zu vermeiden.

Diagnose von Juckreiz

Um die Ursache von Juckreiz zu ermitteln, ist eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung erforderlich. Der Arzt wird Fragen zu den folgenden Punkten stellen:

  • Art und Dauer des Juckreizes
  • Lokalisation des Juckreizes
  • Auslöser des Juckreizes
  • Begleitende Symptome
  • Vorerkrankungen
  • Medikamente
  • Allergien

Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt die Haut auf Veränderungen wie Ausschläge, Rötungen, Schwellungen oder Kratzspuren untersuchen. Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen durchgeführt, wie z. B.:

  • Allergietests: Zum Nachweis von Allergien als Ursache des Juckreizes
  • Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss von inneren Erkrankungen wie Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Hautbiopsie: Zur Untersuchung von Hautveränderungen unter dem Mikroskop
  • Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache des Juckreizes

Behandlung von Juckreiz

Die Behandlung von Juckreiz richtet sich nach der Ursache. Hier sind einige allgemeine Maßnahmen, die zur Linderung von Juckreiz beitragen können:

  • Vermeidung von Auslösern: Wenn ein Auslöser für den Juckreiz bekannt ist, sollte dieser vermieden werden.
  • Hautpflege: Trockene Haut sollte regelmäßig mit feuchtigkeitsspendenden Cremes oder Lotionen gepflegt werden.
  • Kühlende Maßnahmen: Kühlende Umschläge oder Lotionen können Juckreiz lindern.
  • Antihistaminika: Antihistaminika können bei allergischem Juckreiz helfen.
  • Kortikosteroide: Kortikosteroide können bei entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt werden.
  • Spezifische Therapien: Bei bestimmten Ursachen des Juckreizes, wie z. B. Skabies oder inneren Erkrankungen, ist eine spezifische Therapie erforderlich.

Weitere Ursachen und Risikofaktoren für Juckreiz

Neben den bereits genannten Ursachen gibt es noch weitere Faktoren, die Juckreiz auslösen oder verstärken können:

  • Übermäßige Histamin-Ausschüttung: Histamin ist ein Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und Juckreiz verursachen kann.
  • Allergien und Unverträglichkeiten: Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente oder Umweltstoffe können Juckreiz auslösen.
  • Infektionen: Bakterielle, virale oder Pilzinfektionen der Haut können Juckreiz verursachen.
  • Physikalische oder chemische Reize: Reize wie UV-Licht, Hitze, Kälte oder bestimmte Chemikalien können Juckreiz auslösen.
  • Psychische Faktoren: Stress, Angst oder Depressionen können Juckreiz verstärken oder auslösen.

Zusammenfassung

Juckreiz ist ein häufiges und belastendes Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Bei MS-Patienten kann Juckreiz durch die Erkrankung selbst, durch Medikamente oder durch Begleiterkrankungen verursacht werden. Es ist wichtig, die Ursache des Juckreizes zu ermitteln und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Skabies ist eine ansteckende Hautkrankheit, die bei MS-Patienten aufgrund eines geschwächten Immunsystems häufiger vorkommen kann. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Skabies ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

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