Die neurologische Versorgung in Gütersloh ist durch ein breites Spektrum an Diagnose- und Therapiemöglichkeiten gekennzeichnet. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der neurologischen Versorgung in Gütersloh, von der Akutbehandlung von Schlaganfällen bis hin zur spezialisierten Betreuung von Parkinson-Patienten. Dabei wird besonderer Wert auf die Vernetzung verschiedener Gesundheitseinrichtungen und die kontinuierliche Weiterbildung des medizinischen Personals gelegt.
Nervenärztliche Praxis Dr. Rada: Tradition und Moderne
Die Nervenärztliche Praxis Dr. med. Dominik Rada blickt auf eine über 30-jährige Tradition in Gütersloh zurück. Gegründet von Herrn Prof. Dr. Sitzer, wird die Praxis seit Oktober 2010 von Dr. Rada geführt. Die Praxis bietet ein umfassendes Behandlungsspektrum neurologischer und nervenärztlicher Krankheitsbilder. Dabei legt das Team Wert auf wissenschaftlich fundierte Medizin und eine ganzheitliche Betrachtung der Patienten. Diagnostik und Therapie erfolgen nach modernsten Verfahren.
Neurologische Klinik im Sankt Elisabeth Hospital
Die Neurologische Klinik im Sankt Elisabeth Hospital stellt die einzige neurologische Akutklinik für den Kreis Gütersloh dar. Sie verfügt über zwei Bettenstationen für die Diagnostik und Behandlung akuter neurologischer Erkrankungen. In enger Kooperation mit der Medizinischen Klinik sowie der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie und Neuroradiologie werden Schlaganfallpatienten auf der speziellen, neurologisch geleiteten Schlaganfallstation (Stroke Unit) versorgt. Bei Bedarf stehen Betten auf der Intensivstation des Sankt Elisabeth Hospitals zur Verfügung, beispielsweise bei einem Status epilepticus.
Behandlungsspektrum der Neurologischen Klinik
Die Klinik diagnostiziert und behandelt sämtliche akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zu den Schwerpunkten gehören:
- Akute Schlaganfallbehandlung auf der Stroke Unit
- Neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Parkinsonkrankheit, Demenzen einschließlich Alzheimerdemenz und vaskulärer Demenz, Dystonien)
- Multiple Sklerose und andere chronisch entzündliche ZNS-Erkrankungen
- Epilepsien und epileptische Anfälle, Status epilepticus
- Kopfschmerzen (Akute Kopfschmerzsyndrome)
- Schwindelsyndrome
- Neuromuskuläre Erkrankungen (z.B. Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Myasthenie und myasthene Syndrome, Muskelerkrankungen)
- Neuropathien (Polyneuropathie, Guillain-Barré-Syndrom (GBS), Plexusneuritis)
- Entzündliche Erkrankungen (z.B. Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung wie Autoimmun-Enzephalitis oder Herpes-Enzephalitis, Herpes Zoster mit Nerven-/Gehirnbeteiligung)
- Akute Schmerzsyndrome (Rückenschmerzen, akute neuropathische Schmerzsyndrome)
- Hirntumoren (Primärdiagnostik)
Die Behandlungen erfolgen in der Regel stationär. Ergänzt wird die Versorgung durch ambulante vorstationäre Angebote (nach Einweisung durch einen Neurologen) und die Versorgung neurologischer Notfälle in der Zentralen Notaufnahme (ZNA).
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Neurologische Funktionsabteilung
Die Klinik verfügt über eine Neurologische Funktionsabteilung in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Notaufnahme. Hier wird eine Diagnostik mittels neurovaskulärem Ultraschall, elektrophysiologischen Untersuchungen (Elektroneurographie [NLG], Elektromyographie [EMG], evozierten Potentialen, EEG) ermöglicht.
Schlaganfallzentrum (Stroke Unit)
Das Schlaganfallzentrum, auch Stroke Unit genannt, der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen gGmbH befindet sich im Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh. Jährlich werden über 1000 akute Schlaganfallpatienten auf der Stroke Unit behandelt. Das Sankt Elisabeth Hospital ist das einzige Krankenhaus im Kreis Gütersloh, welches Patienten mit einem Schlaganfall auf der Spezialstation behandelt.
Die Stroke Unit des Sankt Elisabeth Hospitals ist als Regionale Stroke Unit durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe & Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) mit 10 Betten und einem Intermediate Care Bettplatz (IMC) zertifiziert.
Akutversorgung von Schlaganfallpatienten
Schlaganfälle entstehen entweder durch eine Mangeldurchblutung (ischämischer Schlaganfall, ca. 80%) oder durch eine Blutung ins Gehirngewebe (Gehirnblutung, ca. 20%). Für die Akutversorgung werden Patienten bereits durch den Rettungsdienst in der zentralen Notaufnahme angekündigt, um die Planung der Diagnostik und Akuttherapie einzuleiten.
Nach einem kurzen Patientengespräch, der körperlichen Untersuchung sowie einer Blutabnahme und der Bildgebung des Gehirns mittels Computertomographie oder MR-Tomographie werden weitere Maßnahmen geplant und ggf. eine Akuttherapie, wie die medikamentöse Thrombolysetherapie (gerinnungsaktives Medikament) eingeleitet. Bei größeren Gefäßverschlüssen erfolgt anschließend eine intrakranielle Thrombektomie (Absaugen von Blutgerinnseln aus einem größeren hirnversorgenden Gefäß).
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Multiprofessionelles Team auf der Stroke Unit
Auf der Stroke Unit versorgt ein multiprofessionelles Team aus Mitarbeitern der Klinik für Neurologie, der Medizinischen Klinik, der Neuroradiologie sowie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sozialdienst und speziell weitergebildeten Pflegefachkräften die Schlaganfallpatienten. Jeder Überwachungsplatz ist mit einem Monitor ausgestattet, der kontinuierlich das EKG, den Blutdruck, und die Sauerstoffversorgung aufzeichnet.
Das Ziel der Behandlung auf der Stroke Unit ist die optimale Abklärung, Überwachung und Behandlung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall. Häufig bestehen Schluckstörungen, die zu einer Gefährdung bei selbstständigem Essen führen und teilweise eine vorübergehende Versorgung mittels Ernährungssonde erfordern.
Expertise in vaskulärer Neurologie
Das Ärzteteam besteht aus erfahrenen Neurologinnen und Neurologen mit Expertise in vaskulärer Neurologie. Es besteht zertifizierte Kompetenz für die spezialisierte Schluckuntersuchung mittels Kamera (FEES-Zertifikat; FEES: fiberendoskopische Untersuchung des Schluckaktes) sowie spezielle Ausbildung für die neurovaskuläre Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße (Ultraschall-Zertifikat DEGUM-Stufe I).
Neurovaskuläres Netzwerk und Kooperationen
Im Rahmen eines „Neurovaskulären Netzwerks“ besteht eine enge Kooperation mit der Universitätsklinik für Neurologie, der Universitätsklinik für Neurochirurgie sowie dem Institut für Neuroradiologie des Evangelischen Klinikums Bethel in Bielefeld. Des Weiteren wird eng mit der Klinik für Gefäßchirurgie im Klinikum Gütersloh kooperiert.
Die Besuchszeiten auf der Stroke Unit sind täglich von 14:00 bis 19:00 Uhr und nach Vereinbarung mit maximal zwei Personen pro Patient. Zusätzliche Besuchszeiten sind in Ausnahmesituationen möglich. Dies kann in Abhängigkeit des aktuellen Krankheitszustandes in Absprache mit dem Stationsteam besprochen werden.
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Herr Dr. med. Frédéric Zuhorn, Leitender Oberarzt der Klinik, übernimmt als neurovaskulär erfahrener Neurologe die Behandlungsleitung auf der Stroke Unit. Sowohl er als auch der Chefarzt der Klinik für Neurologie Herr Priv.-Doz. Dr. med. habil. Andreas Rogalewski sind Mitglieder der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der European Stroke Organisation (ESO). Mit der in Gütersloh ansässigen Stiftung Deutsche-Schlaganfallhilfe ist die Klinikleitung ebenfalls in engem Kontakt und betreuen gemeinsame Projekte.
Parkinson-Komplexbehandlung
Die Parkinson-Krankheit ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Rund vier Millionen Menschen sind weltweit von der Erkrankung betroffen, allein in Deutschland etwa 280.000 Personen. Aufgrund des demographischen Wandels und des medizinischen Fortschritts wird von einer weltweiten Verdoppelung der Zahl der Betroffenen bis 2030 ausgegangen. Die meisten von ihnen sind über 60 Jahre alt, etwa 10% sind 40 Jahre oder jünger.
Die häufigsten und bekanntesten Symptome der Parkinson-Krankheit sind Zittern, auch Tremor genannt, sowie verlangsamte und verminderte Bewegungen oder Schwierigkeiten beim Gehen. Es gibt verschiedene Stadien der Erkrankung. Im Verlauf können Schwankungen der Leistungsfähigkeit (sog. Fluktuationen) zu Verschlechterungen von Beschwerden führen, die zum Teil plötzlich oder unvorhersehbar auftreten. Diese müssen nicht nur die Beweglichkeit betreffen (motorische Fluktuationen), sondern betreffen auch Nicht-motorische Symptome wie z.B. Schmerzen, Stimmung, Magen-/Darm-/Basenprobleme, Halluzinationen u.a. Schluck- und Sprechstörungen sind darüber hinaus relevante und häufige Probleme.
Spezialisierung auf Parkinson-Syndrome
In der Klinik werden Patienten mit idiopathischem und atypischen Parkinson-Syndromen (Multisystematrophie (MSA), progressive supranukleäre Blickparese (PSP), corticobasale Degeneration (CBD), Lewy-Körper-Demenz (DLB) behandelt. Darüber hinaus ist man spezialisiert auf wichtige Differentialdiagnosen wie verschiedene Tremor-Syndrome, Gangstörungen (wie z.B. vaskulär, Normaldruckhydrozephalus) u.a.
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Andreas Rogalewski ist Mitglied im Kompetenznetz Parkinson e.V.. Das Kompetenznetz Parkinson ist ein Zusammenschluss von Ärzten und Forschern, die klinisch oder wissenschaftlich auf dem Gebiet der Parkinson-Krankheit arbeiten. Das Ziel des Kompetenznetzes ist es, die medizinische Versorgung von Parkinson-Patienten zu verbessern und langfristig die frühzeitige Diagnose, die Prävention oder gar die Heilung dieser Krankheit zu ermöglichen. Im Rahmen des Kompetenznetzes erfolgt ein Austausch zwischen Ärzten mit Schwerpunkt von Patientinnen und Patienten mit Parkinsonkrankheit, um jederzeit eine moderne Behandlung nach dem besten wissenschaftlichen Standard zu gewährleisten.
Angebot der Parkinson-Komplexbehandlung
Die Klinik bietet im Rahmen einer Parkinson-Komplexbehandlung mit idiopathischem und atypischen Parkinson-Syndromen (Multisystematrophie (MSA), progressive supranukleäre Blickparese (PSP), corticobasale Degeneration (CBD), Lewy-Körper-Demenz (DLB) folgende Leistungen an:
- Ein in der Behandlung von Parkinsonpatienten erfahrenes und speziell geschultes multiprofessionelles Team bestehend aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, klinischen Linguisten, Pflegepersonal und Ärzten.
- Fachliche und menschliche Kompetenz mit Blick auf die Patienten eingebunden in die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines Krankenhauses der Schwerpunktversorgung. Bei interdisziplinären Fragestellungen kann auf die Expertise anderer Fachabteilungen zurückgegriffen werden (Gastroenterologie, Kardiologie, etc.).
- Parkinson-Komplexbehandlung mit intensiver Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Medikamentenoptimierung
- Klinische Linguistik zur Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen (ggf. endoskopische Schluckdiagnostik)
- Die Therapie beginnender Parkinson-Syndrome sowie Therapieoptimierung in fortgeschrittenen Krankheitsstadien
- Einleitung und Nachsorge erweiterter Therapieverfahren wie z.B. Pumpentherapien:(Apomorphinpumpe, intestinale Levodopa/Carbidopa(/Entacapon)-Pumpentherapie, subkutane Foslevodopa/Foscarbidopa-Pumpentherapie
- Etablierte Zusammenarbeit mit einem in der tiefen Hirnstimulation erfahrenen Neurochirurgen zur Implantation
- Sozialmedizinische Beratung
Inanspruchnahme der Parkinson-Komplexbehandlung
Die Empfehlung zur Parkinson-Komplexbehandlung erfolgt in der Regel durch den niedergelassenen Neurologen. Mit einer stationären Einweisung kann ein Termin über das Sekretariat vereinbart werden. Die Dauer der Behandlung beträgt mindestens 2 Wochen und kann bei Bedarf verlängert werden.
Während der Behandlung erhalten die Patienten hochfrequent Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie (mindestens 15 Einheiten à 30 Minuten Therapie pro Woche). Die Therapiefortschritte und der Plan für die weiteren Therapieeinheiten werden regelmäßig im Team besprochen.
Anmeldung zur Parkinson-Komplexbehandlung
Anmeldung über das Neurologische Sekretariat: 05241/507-7610. Die Sprechzeiten sind Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr; am Montag, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 14:00 bis 15:30 Uhr.
Weiterbildung und Lehre
Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster ist die Ausbildung von Studierenden in Famulatur oder im Praktischen Jahr (PJ) besonders wichtig. Ferner wird eine gute und klinisch breite neurologische Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte unter guter fachärztlicher Supervision angeboten.
Studierende können unter enger Betreuung auf den Stationen und in der Zentralen Notaufnahme das Spektrum neurologischer Erkrankungen kennenlernen und unter enger Supervision Patienten mitbetreuen. Im Haus finden regelmäßige interdisziplinäre Fortbildungen für Studierende statt, deren Teilnahme selbstverständlich gefördert wird und erwünscht ist. Herr PD Dr. med. habil. Andreas Rogalewski verfügt über die Lehrbefugnis (Venia legendi) an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld. Er unterrichtet regelmäßig Studierende an der Universität Bielefeld. Ferner finden regelmäßig PJ-Seminare in kleinen Gruppen am Sankt Elisabeth Hospital statt. Hier erfolgt die Vermittlung neurologischer Inhalte für alle PJ-Studierenden der Klinik, unabhängig vom PJ-Wahlfach.
Interessenten an einem PJ-Tertial können sich gerne an das Sekretariat wenden und weitere Informationen erhalten.
Weiterbildungsbefugnis
Der Chefarzt verfügt über die volle Weiterbildungsbefugnis für das Fach Neurologie (48 Monate). Hierfür ist eine gut strukturierte Rotation auf der Normalstation, Stroke Unit und Funktionsdiagnostik im Klinikalltag fest eingeplant. Die Vermittlung technischer Untersuchungen (Ultraschall, Elektrophysiologie, EEG, FEES) in der Funktionsdiagnostik durch eine gesicherte Rotation ist ein großes Anliegen und wird ermöglicht. Entsprechend der Vorgaben finden regelmäßige Mitarbeitergespräche statt, um den Fortschritt und die weitere Planung der Weiterbildung gemeinsam und in einem kollegialen Gespräch abzustimmen. In Kooperation mit der Medizinischen Klinik ist ebenfalls die Rotation auf die Intensivstation Bestandteil einer fundierten Ausbildung.
Weitere neurologische Angebote in der Umgebung
Neben der Neurologischen Klinik im Sankt Elisabeth Hospital gibt es weitere neurologische Angebote in der Umgebung von Gütersloh. Hierzu gehören:
- Dr. med. Anne Aude, Fachärztin für Neurologie in Gifhorn (ca. 210 km entfernt)
- Dr. med. Andreas Theilig, Psychiater und Facharzt für Neurologie/Psychiatrie in Aachen (ca. 265 km entfernt)
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