Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem durch motorische Symptome wie Zittern, Steifigkeit, Bewegungsverlangsamung und Haltungsinstabilität gekennzeichnet ist. Neben diesen motorischen Beeinträchtigungen leiden viele Betroffene auch unter nicht-motorischen Symptomen wie Schlafstörungen, Depressionen, Riechstörungen und Verstopfung. Die Behandlung von Parkinson konzentriert sich traditionell auf die Linderung der Symptome, da es bisher keine Heilung gibt. In diesem Zusammenhang rückt die NIS-Therapie (Neurologische Integration) zunehmend in den Fokus.
Was ist NIS-Therapie?
Die Neurologische Integration (NIS) ist eine manuelle Methode zur Diagnose und Behandlung von Regulationsstörungen, die von Dr. Allan Phillips aus Neuseeland entwickelt wurde. Das Gehirn fungiert als Schaltzentrale, die alle Körperfunktionen und -systeme reguliert und koordiniert. Bei einem gesunden System führt ein Reiz durch Berührung oder Druck zu einer starken Muskelreaktion, die beispielsweise durch einen Test am Arm überprüft werden kann. Wenn diese Reaktion ausbleibt, deutet dies auf eine Fehlsteuerung hin, die den Beginn einer krankhaften Symptomatik in den Bereichen Neurologie, Physiologie, Immunologie oder Psychologie/Psychiatrie darstellen kann.
Die Behandlung in der neurologischen Integration beinhaltet das Reizen verschiedener Organe über Muskeln und Impulse durch manuellen Druck. Ein Muskelfunktionstest wird verwendet, um festzustellen, ob und wo eine Störung vorliegt.
Anwendungsbereiche der NIS-Therapie bei Parkinson
Die NIS-Therapie wird bei Parkinson-Patienten vor allem zur Behandlung von Schmerzen und zur Verbesserung von motorischen und nicht-motorischen Symptomen eingesetzt. Studien untersuchen die Wirksamkeit von Targin® (Oxycodon/Naloxon) in der Behandlung von starken Parkinson-assoziierten Schmerzen unter Praxisbedingungen. Dabei werden folgende Aspekte betrachtet:
- Schmerzintensität: Messung der durchschnittlichen Schmerzintensität anhand des Items 5 der Brief Pain Inventory-Short Form (BPI-SF) mittels einer 11-stufigen numerischen Ratingskala (NRS).
- Responder Rate: Anteil der Patienten, die unter Targin® eine Reduktion ihrer durchschnittlichen Schmerzen (Item 5 der BPI-SF) um ≥ 30 % zwischen der Baseline- und der Kontrolluntersuchung (nach 8-12 Wochen) erreichen.
- Motorische Parkinson-Symptome: Beurteilung anhand des Parts III der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS).
- Nicht-motorische Parkinson-Symptome: Beurteilung anhand der Non-Motor Symptoms Assessment Scale (NMSScale).
- Schlafqualität: Beobachtung der Auswirkungen von Targin® auf die Schlafqualität der Patienten.
Erfahrungen mit NIS-Therapie bei Parkinson
Die Erfahrungen mit NIS-Therapie sind vielfältig und reichen von einzelnen Fallberichten bis hin zu kleineren Studien. Einige Patienten berichten von deutlichen Verbesserungen ihrer Symptome, während andere keine oder nur geringe Veränderungen feststellen.
Lesen Sie auch: Rehabilitation bei Gesichtsfeldausfall
Positive Erfahrungsberichte:
- Schmerzlinderung: Viele Patienten berichten von einer deutlichen Reduktion ihrer Schmerzen nach der NIS-Behandlung.
- Verbesserung der Beweglichkeit: Einige Patienten stellen eine Verbesserung ihrer Beweglichkeit und eine Reduktion von Steifigkeit fest.
- Reduktion von nicht-motorischen Symptomen: Einige Patienten berichten von einer Verbesserung ihrer Schlafqualität, einer Reduktion von Depressionen und einer Verbesserung ihres allgemeinen Wohlbefindens.
Kritische Anmerkungen:
- Skepsis gegenüber alternativen Heilmethoden: Einige Patienten stehen alternativen Heilmethoden wie der NIS-Therapie skeptisch gegenüber.
- Mangel an wissenschaftlichen Beweisen: Es gibt bisher nur wenige wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit der NIS-Therapie bei Parkinson belegen.
- Kosten: Die Kosten für eine NIS-Behandlung können hoch sein und werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.
Forschung zur NIS-Therapie bei Parkinson
Die Forschung zur NIS-Therapie bei Parkinson befindet sich noch in einem frühen Stadium. Es gibt einige Studien, die die Wirksamkeit der NIS-Therapie bei der Behandlung von Schmerzen und anderen Symptomen untersuchen. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch bisher nicht eindeutig.
Aktuelle Studien:
- Nicht-interventionelle Studie (NIS) mit Targin®: Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Targin® in der Behandlung von starken Parkinson-assoziierten Schmerzen unter Praxisbedingungen zu dokumentieren.
- Studie zur Wirkung von Pirepamat auf die Sturzfrequenz: Ziel dieser Studie ist die Wirkung des Medikaments auf die Sturzfrequenz bei Patienten mit idiopathischen Parkinsonsyndrom zu erforschen.
- BiNePro Studie: Ziel der Studie ist es, ein Testverfahren zu entwickeln, mit dem neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere die Parkinson-Erkrankung, die Progressive Supranukleäre Blickparese und die Multisystematrophie schon vor Beginn der motorischen Symptome sicher diagnostiziert und im Verlauf besser eingeschätzt werden können.
- Describe PD des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE): Beobachtungsstudie zum Verlauf der Parkinson-Erkrankung.
Ergänzende Therapieansätze bei Parkinson
Neben der NIS-Therapie gibt es eine Reihe weiterer Therapieansätze, die bei Parkinson-Patienten eingesetzt werden können. Dazu gehören:
- Medikamentöse Therapie: Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und die Symptome zu lindern. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören Levodopa, Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer.
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Die THS ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert werden, um die Aktivität dieser Regionen zu modulieren. Die THS kann bei Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson eingesetzt werden, bei denen die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend wirkt.
- Pumpentherapien: Pumpentherapien ermöglichen eine kontinuierliche Zufuhr von Medikamenten, was zu einer gleichmäßigeren Wirkung und einer Reduktion von Wirkfluktuationen führen kann.
- Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie: Diese Therapieformen können Patienten helfen, ihre Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Sprachfähigkeit zu verbessern.
- Neuropsychologische Behandlung: Kognitives Training kann helfen, neuropsychologische Defizite zu reduzieren.
Spezialisierte Zentren und Anlaufstellen
Für Parkinson-Patienten gibt es in Deutschland eine Reihe von spezialisierten Zentren und Anlaufstellen, die eine umfassende Betreuung und Behandlung anbieten. Dazu gehören:
- Parkinson-Zentrum Göttingen-Kassel: Ein Kooperationsverbund aus Universitätsmedizin Göttingen und Paracelsus-Elena Klinik in Kassel, der sich der Behandlung und Erforschung von Bewegungsstörungen widmet.
- Zentrum für seltene Erkrankungen Göttingen (ZSEG): Spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie selten vorkommender Erkrankungen, einschließlich seltener Formen von Parkinson.
- Deutsche Parkinsonvereinigung e.V.: Bietet Unterstützung und Informationen für Parkinson-Patienten und ihre Angehörigen.
Lesen Sie auch: Parkinson und B1: Ein Erfahrungsbericht
Lesen Sie auch: Umfassende Informationen zu neurologischer Reha
tags: #nis #therapie #erfahrungen #parkinson