Spastische Geschwollene Augenlider: Ursachen, Behandlung und Komplikationen

Spastische geschwollene Augenlider können verschiedene Ursachen haben, von denen einige harmlos sind, während andere eine ärztliche Behandlung erfordern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die möglichen Ursachen, Symptome, Behandlungsoptionen und potenziellen Komplikationen im Zusammenhang mit spastischen geschwollenen Augenlidern.

Einführung in Spastik

Eine Spastik ist durch eine erhöhte Muskelanspannung gekennzeichnet, die auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems zurückzuführen ist. Normalerweise werden Muskeln bewusst angespannt, aber bei einer Spastik tritt eine unkontrollierte Muskelanspannung auf, die von Betroffenen nicht willentlich gelöst werden kann. Diese Spastik tritt nur in der Skelettmuskulatur auf, die bewusst aktiviert wird, und nicht in der glatten Muskulatur, die an inneren Organen zu finden ist.

Ursachen für spastische geschwollene Augenlider

Spastische geschwollene Augenlider können verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Blepharospasmus: Dies ist eine seltene neurologische Erkrankung, die durch unwillkürliche, krampfartige Kontraktionen der Augenlidmuskeln gekennzeichnet ist. Die Ursache für Blepharospasmus ist meist unbekannt, aber er kann durch Stress, Müdigkeit oder bestimmte Medikamente ausgelöst werden.
  • Entzündungen: Entzündungen der Augenlider, wie z. B. Blepharitis oder Hordeolum (Gerstenkorn), können zu Schwellungen und Spastiken führen.
  • Infektionen: Infektionen der Augenlider oder der Augenhöhle können ebenfalls zu Schwellungen und Spastiken führen.
  • Allergien: Allergische Reaktionen auf Pollen, Tierhaare oder bestimmte Kosmetika können zu Schwellungen und Juckreiz der Augenlider führen, was wiederum zu Spastiken führen kann.
  • Neurologische Erkrankungen: In seltenen Fällen können neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson-Krankheit zu Spastiken der Augenlidmuskeln führen.
  • Sinusitis: Entzündungen der Nasennebenhöhlen, insbesondere der Siebbeinzellen oder Keilbeinhöhlen, können sich durch Schmerzen zwischen und hinter den Augen äußern und möglicherweise zu spastischen Reaktionen der Augenlider führen.

Symptome

Neben der Spastik selbst können spastische geschwollene Augenlider folgende Symptome verursachen:

  • Erhöhte Muskelaktivität: Dies ist oft das erste Anzeichen einer Spastik, das von Betroffenen nicht bewusst gesteuert werden kann.
  • Unkontrollierte Muskelanspannung: Anfangs kann sich die unkontrollierte Muskelanspannung durch ein plötzliches Stocken bemerkbar machen.
  • Dauerhafte Verhärtungen und Versteifungen: Mit zunehmendem Fortschreiten kann die überaktive Muskulatur zu dauerhaften Verhärtungen und Versteifungen führen, sodass unbeabsichtigte Körperhaltungen eingenommen werden.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Infolge einer Spastik kann es zunehmend zu einer Veränderung von Muskeln und Gewebe kommen, was zu eingeschränkter Beweglichkeit und Fehlhaltungen der Gelenke führt.
  • Schmerzen: Spastische Muskelkontraktionen können schmerzhaft sein.
  • Funktionelle Blindheit: In schweren Fällen kann die Spastik die Sehfähigkeit beeinträchtigen oder sogar zu vorübergehender funktioneller Blindheit führen.
  • Vermehrtes Blinzeln: Eine erhöhte Blinzelfrequenz (mehr als 27 Mal pro Minute während einer Unterhaltung) kann ein Anzeichen für Blepharospasmus sein.
  • Fremdkörpergefühl: Manche Betroffene haben das Gefühl, als ob sich ein Fremdkörper im Auge befindet.

Diagnose

Ein Arzt kann spastische geschwollene Augenlider diagnostizieren, indem er eine körperliche Untersuchung durchführt und die Krankengeschichte des Patienten erfragt. In einigen Fällen können zusätzliche Tests erforderlich sein, um die Ursache der Spastik zu ermitteln. Dazu gehören:

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  • Elektromyographie (EMG): Diese Untersuchung misst die elektrische Aktivität der Muskeln und kann helfen, Muskelkrämpfe zu identifizieren.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Diese bildgebende Untersuchung kann helfen, neurologische Erkrankungen oder andere Ursachen für die Spastik zu erkennen.
  • Spaltlampenuntersuchung: Diese Untersuchung kann Irritationen der Binde- oder Hornhaut durch Fremdkörper erkennen.

Behandlung

Die Behandlung von spastischen geschwollenen Augenlidern hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Einige mögliche Behandlungsoptionen sind:

  • Botulinumtoxin-Injektionen: Dies ist die häufigste Behandlung für Blepharospasmus. Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das die Muskeln lähmt und so die Spastik reduziert. Die Injektionen müssen in der Regel alle drei Monate wiederholt werden.
  • Medikamente: Muskelrelaxanzien wie Baclofen oder Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine können helfen, die Spastik zu reduzieren. Diese Medikamente haben jedoch oft Nebenwirkungen.
  • Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Nervenfasern des Gesichtsnerven zu durchtrennen, die zum Augenringmuskel ziehen, oder um einen Teil des Muskels zu entfernen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Hausmittel: Warme Kompressen können helfen, die Muskeln zu entspannen und die Schwellung zu reduzieren.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Spastik durch eine andere Erkrankung verursacht wird, muss diese Grunderkrankung behandelt werden. Beispielsweise kann bei einer Sinusitis die Belüftung der Nebenhöhlen wiederhergestellt und Schmerzmittel eingesetzt werden. Bewährte Hausmittel sind Inhalationen, Nasenduschen und warme Bäder.

Behandlung von Augenerkrankungen bei Kaninchen (als potenzielles Modell)

Obwohl dieser Abschnitt sich auf Kaninchen bezieht, können einige der Prinzipien auch auf andere Ursachen von Augenliderkrankungen übertragbar sein.

  • Lokale Behandlung:
    • Verwenden Sie Augentropfen anstelle von Salben, um Verunreinigungen und orale Aufnahme zu vermeiden.
    • Befeuchtende Augenpräparate (z. B. Remend® Cornea Gel, OcuProtect®, HyloCare®, HyloGel®) sind bei Reizungen und Verletzungen sinnvoll.
    • Antibiotische Augentropfen (z. B. Cefenicol®, Floxal®) sind bei eitrigen Entzündungen oder Verletzungen erforderlich. Die Anwendung sollte mindestens dreimal täglich erfolgen, besser jedoch vier- bis sechsmal täglich, und über mindestens 7 Tage fortgesetzt werden.
    • Regenerationsfördernde Augenpräparate (z. B. Corneregel®, Remend®) sind bei Hornhautverletzungen sinnvoll.
    • Sekretlösende Augentropfen (z. B. NAC Collyre®, Stromease®) können bei Verstopfung des Tränen-Nasen-Kanals helfen.
    • Entzündungshemmende Augentropfen (z. B. Adrocil® oder VOLTAREN® OPHTHA) wirken abschwellend und schmerzlindernd. Cortison sollte bei Kaninchen vermieden werden, stattdessen sollten entzündungshemmende Augentropfen aus der Medikamentengruppe der sogenannten NSAID zum Einsatz kommen.
    • Drucksenkende Augentropfen kommen bei einem Glaukom zum Einsatz.
    • Pupillenerweiternde Augentropfen (z. B. Atropin 1 %) dienen der Weitstellung einer spastisch verengten Pupille, v. a. im Rahmen einer Uveitis.
    • Spülung des Tränen-Nasen-Kanals kann bei Verstopfungen helfen.
  • Behandlung der Allgemeininfektion: Bei beidseitigen Augenveränderungen kann eine systemische Therapie erforderlich sein, z. B. mit Antibiotika, Schleimlösern, Immunstimulanzien, Infusionen und Inhalationen.
  • Weitere Maßnahmen:
    • Entfernung von reizenden Haaren oder Fremdkörpern.
    • Verbesserung der Umgebungsluft.
    • Chirurgische Eingriffe können in seltenen Fällen erforderlich sein.
    • Eine Zahnsanierung ist erforderlich, wenn infolge retrograd wachsender Zahnwurzeln der Tränen-Nasen-Kanal zugedrückt wird.
    • Behandlung von Herzproblemen, die zu Augenveränderungen geführt haben.

Hereditäre Optikusneuropathien

Hereditäre Optikusneuropathien (Vererbbare Sehnervenerkrankungen) sind seltene Erkrankungen, die zu einer Schädigung des Sehnervs und damit zu Sehverlust führen können. Sie können ebenfalls mit spastischen Reaktionen der Augenlider assoziiert sein, insbesondere wenn sie mit anderen neurologischen Symptomen einhergehen.

  • Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON): Diese Erkrankung führt zu einem plötzlichen Sehverlust in beiden Augen.
  • Autosomal-dominante Optikusatrophie (ADOA): Diese Erkrankung führt zu einem langsamen Sehverlust über Jahre oder Jahrzehnte.

Die Diagnose von erblichen Optikusneuropathien ist wichtig, um eine geeignete Therapie einzuleiten und andere Formen von Optikusneuropathien auszuschließen. Die Behandlung kann je nach Art der Erkrankung und der Ursache variieren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie folgende Symptome haben:

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  • Anhaltende oder sich verschlimmernde Spastik der Augenlider
  • Schwellung, Rötung oder Schmerzen der Augenlider
  • Sehverlust
  • Neurologische Symptome

Komplikationen

In seltenen Fällen können spastische geschwollene Augenlider zu folgenden Komplikationen führen:

  • Chronische Schmerzen
  • Sehverlust
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität

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