Donald Trumps Amtszeit war geprägt von unkonventionellen Kommunikationsstrategien und Auftritten, die oft für Kontroversen sorgten. Besonders seine Pressekonferenzen erregten regelmäßig Aufsehen und führten zu heftigen Reaktionen in der nationalen und internationalen Presse. Dieser Artikel analysiert einige dieser denkwürdigen Pressekonferenzen, beleuchtet die Kritik an Trumps Verhalten und untersucht die möglichen Gründe für seine Ausbrüche.
Trumps Pressekonferenz im Februar: Fassungslosigkeit und Zweifel am Verstand
Bereits im Februar sorgte eine Pressekonferenz Trumps für Empörung. Die deutsche und internationale Presse zeigte sich fassungslos über den Auftritt, der als Mischung aus scharfen Angriffen, offensichtlicher Ahnungslosigkeit und wirren Phrasen beschrieben wurde.
"Einen Arzt, bitte!": Reaktionen der Medien
Veit Medick von Spiegel Online forderte gar einen Arzt für den Präsidenten und äußerte Zweifel an dessen Geisteszustand. Er beschrieb Trump als einen Mann, der in einer "Parallelwelt" lebe und sich der Lächerlichkeit preisgebe. Auch Ansgar Grav von der Welt diagnostizierte Trump Narzissmus und warf ihm Realitätsverlust vor. Rolf Büllmann vom ARD-Studio in Washington resümierte, Trump könne Wahlkampf, aber nicht Präsident.
Eine "gute Show"?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung konnte der Pressekonferenz zumindest einen positiven Aspekt abgewinnen: die Unterhaltung. Trump selbst habe sich in den 77 Minuten "gut unterhalten" gefühlt. CNN hingegen sprach von einem "atemberaubenden Moment moderner amerikanischer Geschichte", in dem Trump so viel Wut und Groll gezeigt habe wie kaum ein Präsident zuvor.
Kalkül oder Kontrollverlust?
Philip Rucker von der Washington Post vermutete, dass Trumps wirre Pressekonferenz ein bewusster Schachzug sei, um von problematischen Themen abzulenken. Die spanische Zeitung "El País" sah Trumps Kommunikationsfähigkeit in der Welt des Reality-TV verwurzelt, wo skandalöse und provokative Kommentare das Publikum unterhalten sollen.
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Rassistische Äußerungen und der Verlust der Contenance
Ein Interview, in dem Trump rassistische Äußerungen gegenüber Kamala Harris tätigte, löste eine Welle der Empörung aus. Er beschwerte sich über den "bösen und feindseligen Ton" der Moderatorin und bezeichnete den Sender ABC als "Fake-News-Sender", nachdem er zu Beginn des Interviews die Nerven verloren hatte.
Empörung und Kritik
Karine Jean-Pierre, Regierungssprecherin Bidens, reagierte geschockt und bezeichnete Trumps Aussagen als "abstoßend und rassistisch". Harris' Team teilte mit, Trump zeige mit seinem Auftritt, wer er wirklich ist.
Trumps Reaktion
Trump ignorierte die Kritik und betonte auf seiner Plattform "Truth Social", dass es Menschen nicht möglich sei, mehr als eine Herkunft zu haben.
Die Wahlniederlage und der Bezug zur Realität
Nach der Präsidentschaftswahl verlor Trump zunehmend den Bezug zur Realität. Er behauptete, die Wahl gewonnen zu haben, wenn nur die "legalen Stimmen" gezählt würden, und wetterte gegen die Medien, die Finanzwelt und die Techkonzerne.
TV-Sender distanzieren sich
Sogar Trumps Lieblingssender Fox News widersprach seinen Behauptungen über Wahlbetrug. Die "New York Post" bezeichnete Trumps Klagen über Wahlbetrug als "grundlos".
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"Wie ein angeschlagener Boxer"
Die Situation eskalierte, als Trump eine Armada von Anwälten ausschickte, um die Auszählung der Stimmen zu unterbinden, und seine Anhänger aufhetzte.
Trump zündelt
Trump schien den Aufruhr mit Wohlgefallen zu verfolgen und zündelte offen mit dem Feuer, indem er sagte, die Menschen seien "sehr unglücklich und werden ein bisschen gewalttätig".
Weitere Beispiele für Trumps Ausraster
- Konfrontation mit CNN-Reporter Jim Acosta: Trump verlor die Nerven, zetert und wollte ihm das Mikrofon wegnehmen lassen.
- Pressekonferenz zur Corona-Pandemie: Trump beendete eine Pressekonferenz nach einem Wortgefecht mit einer chinesischstämmigen US-Journalistin abrupt.
- Wutausbruch gegenüber Finnlands Präsident Niinistö: Trump verlor vor der ganzen TV-Nation die Nerven und bezeichnete die Medien als korrupt.
Die erste TV-Debatte gegen Biden: Ein chaotischer Schlagabtausch
Die erste TV-Debatte im Präsidentschaftswahlkampf zwischen Trump und Biden verlief chaotisch. Trump unterbrach seinen Konkurrenten pausenlos und dominierte die Debatte durch aggressive Attacken. Biden wirkte weniger souverän und verlor häufig den Faden.
"Lügender Clown gegen alten Mann"
Die Debatte wurde als "Straßenkampf" und "chaotischer Schlagabtausch" beschrieben. Trump wurde als aggressiver Troll wahrgenommen, während Biden häufig unkonzentriert wirkte.
Trumps Strategie
Trumps Ziel war es offenbar, seine Basis zu halten und potenzielle Biden-Wähler von der Wahlteilnahme abzuhalten.
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