Tübinger Neurochirurgie Team: Exzellenz in Forschung, Lehre und Patientenversorgung

Das Tübinger Neurochirurgie Team, angesiedelt am traditionsreichen Universitätsklinikum Tübingen, steht für eine patientenorientierte Versorgung auf höchstem Niveau. Unter der Leitung von Professor Dr. med. Marcos Tatagiba deckt das erfahrene, interdisziplinäre und internationale Team das gesamte Spektrum moderner neurochirurgischer Behandlungstechniken ab. Das oberste Ziel ist eine optimale, patientenorientierte Versorgung, die sich am Puls der Zeit orientiert und durch Herzlichkeit geprägt ist.

Interdisziplinäre Expertise und Schwerpunkte

Die Klinik für Neurochirurgie in Tübingen zeichnet sich durch ihre interdisziplinäre Arbeitsweise und die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen aus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung komplexer neurochirurgischer Krankheitsbilder, die ein großes Team von Spezialisten erfordern.

Neuroonkologie

Ein wichtiger interdisziplinärer Schwerpunkt ist die Neuroonkologie. Die Abteilung Neurologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Ghazaleh Tabatabai widmet sich dem gesamten Spektrum neuroonkologischer Erkrankungen und schlägt damit eine Brücke zwischen den Forschungsschwerpunkten Onkologie/Immunologie und Neurowissenschaften der Medizinischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen. Dies beinhaltet primäre Tumoren und Metastasen im zentralen und peripheren Nervensystem sowie neurologische Nebenwirkungen von Tumortherapien.

Die Handlungsmaxime der Abteilung ist es, durch Forschung und forschungsorientierte klinische Versorgung das Leben von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dafür verfolgt sie einen integrativen Ansatz, der Grundlagenwissenschaft und klinische Forschung zusammenführt. Durch die fortlaufende Erweiterung der biologischen Erkenntnisse über Tumore des Nervensystems sollen innovative Therapiestrategien entwickelt werden. Diese neuen Ansätze werden präklinisch untersucht, zügig in klinischen Studien evaluiert und in das Spektrum der klinischen Behandlungsmöglichkeiten aufgenommen.

Die Abteilung ist interdisziplinär vernetzt und hat in der Patientenversorgung eine Hochschul- und Studienambulanz mit der Klinik für Neurochirurgie und eine Tagesklinik mit der Klinik für Radioonkologie gemeinsam eingerichtet. Gemeinsam mit den Kliniken für Neurochirurgie, Radioonkologie, Innere Medizin, Neuropathologie und Neuroradiologie bildet die Abteilung das Zentrum für Neuroonkologie (ZNO). Das ZNO ist ein Tumor-spezifisches Zentrum des Comprehensive Cancer Centrum Tübingen-Stuttgart. Unter den von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten neuroonkologischen Zentren belegt Tübingen den ersten Platz in Bezug auf die Anzahl der Primärfälle (Stand: 2021). Für molekular-basierte Therapiestrategien außerhalb klinischer Studien ist die Abteilung im Molekularen Tumorboard des Zentrums für Personalisierte Medizin verankert.

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Pädiatrische Neurochirurgie

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Pädiatrische Neurochirurgie, die sich auf die neurochirurgische Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. Da Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, bedürfen sie einer sehr spezifischen Therapie. Die Sektion Pädiatrische Neurochirurgie bietet Behandlungen vom Geburtstag bis zum 16. Lebensjahr an.

Im Zentrum der pädiatrischen Neurochirurgie steht häufig eine Operation, mit der das spezifische Problem des Kindes/Jugendlichen behandelt werden soll. Dabei geht es je nach Krankheitsbild um vollständige Heilung, die Schaffung von Voraussetzungen für eine vollständige Heilung durch weitere Therapien oder um die Korrektur von Fehlbildungen, um eine möglichst normale weitere Entwicklung bzw. ein möglichst normales weiteres Leben zu ermöglichen.

Kinder mit bösartigen Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems benötigen nach einer neurochirurgischen Operation in der Regel eine Nachbehandlung mit Chemo- und/oder Strahlentherapie. Die Nachbetreuung erfolgt dann über die kinderonkologische Ambulanz. Das Team der Pädiatrischen Neurochirurgie steht während dieser Phase der Behandlung bei Bedarf jederzeit konsiliarisch zur Verfügung. Die relevanten Befunde werden im Rahmen der wöchentlichen Interdisziplinären Pädiatrischen NeuroOnkologischen Konferenz besprochen. Kinder mit gutartigen Tumorerkrankungen werden je nach Alter und Restsymptomen über die Neuropädiatrische Ambulanz oder die Ambulanz der pädiatrischen Neurochirurgie weiterbetreut.

Die Pädiatrische Neurochirurgie ist ein Referenzzentrum der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) für kindliche Hirntumoren und Weichteiltumoren (Sarkome).

Nervenchirurgie

Die Nervenchirurgie ist ein weiterer wichtiger Fachbereich des Tübinger Neurochirurgie Teams. Hier werden Lähmungen, Gefühlsstörungen oder eingeschränkte Beweglichkeit von Hand, Arm, Schulter, Fuß oder Bein behandelt. Verletzte Nerven werden genäht, verpflanzt oder ersetzt. Die Klinik verfügt über international anerkannte Expertise in der Durchführung von Ersatzoperationen und in der Nervenchirurgie. Als Teil des „Tübinger Nerve Team (TNT)“ arbeitet sie eng mit der Neurochirurgie und Neurologie der Uniklinik Tübingen zusammen. Vor dem Eingriff erfolgen eine eingehende körperliche Untersuchung sowie ein ausführliches Patientengespräch; nach der OP ist meist eine spezielle Physio- und Ergotherapie nötig.

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Modernste Verfahren und Ausstattung

Die Klinik für Neurochirurgie in Tübingen setzt modernste intraoperative Verfahren ein, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Dazu zählen:

  • Intraoperative Kernspintomographie
  • Elektrophysiologisches Monitoring
  • Hochauflösende 3D Mikroskopie
  • Hochauflösender Ultraschall
  • Rahmenlose Neuronavigation
  • Roboter-assistierte Eingriffe
  • 2micron Laserchirurgie
  • Modernste Endoskope
  • Ultraschallspiratoren

Ebenso ist das notwendige hochqualifizierte Personal vorhanden.

Forschung und Lehre

Motiviert von den Patienten strebt das Tübinger Neurochirurgie Team durch die Erforschung neurochirurgischer Krankheitsbilder und Therapiemodalitäten sowie durch die Ausbildung von Studenten und Ärzten eine nachhaltige Weiterentwicklung der Klinik und des Fachgebietes an. Ein Ziel ist ein möglichst praxisnahes, patientenzentriertes Studium. Es wird ein neurochirurgisch-anatomisches Trainingsprogramm angeboten, das durch moderne Bild- und Videotechnik der klinischen Anatomie des Anatomischen Instituts unterstützt wird.

Die Abteilung Neurologie mit interdisziplinärem Schwerpunkt Neuroonkologie wurde 2020 als sechste Abteilung neu am HIH eingerichtet. Mit ihrer Ernennung zur Abteilungsdirektorin ist Prof. Dr. Dr. Tababatai die erste Frau im HIH-Vorstand. Frau Prof. Tabatabai ist Gründungsmitglied des Exzellenzclusters „Image-guided and functionally instructed tumor therapies" (iFIT) der Eberhard Karls Universität Tübingen. Die Abteilung umfasst derzeit drei Forschungsgruppen: die Nachwuchsgruppen „Experimentelle pädiatrische Neuroonkologie“ (Dr. rer. nat. Daniel Merk) und „Neuroonkologische Versorgungsforschung“ (PD Dr. med. Mirjam Renovanz) und die Forschungsgruppe „Experimentelle und klinische Neuroonkologie“ (Prof. Tabatabai).

Patientenversorgung und Betreuung

Die Mehrzahl der Kinder, die die Pädiatrische Neurochirurgie operiert, liegen auf der neuropädiatrischen Station 13. Diese wird vom Team der Neuropädiatrie geleitet und die Patienten werden in enger Kooperation und Abstimmung mit der Pädiatrischen Neurochirurgie betreut. Kinder mit leichteren Schädelverletzungen oder nach Ende der intensivmedizinischen Therapie werden in der Regel auf der kinderchirurgischen Station 32 oder Station 35 behandelt und dort vom Team der Pädiatrischen Neurochirurgie mitbetreut. Neu- und frühgeborene Kinder werden auf der neonatologischen oder pädiatrischen Intensivstation versorgt. Bei Kindern über 14 Jahren kann dies auch auf der anästhesiologischen oder neurochirurgischen Intensivstation oder der postoperativen Wachstation (PACU) erfolgen. Die Intensivmediziner sind mit den Besonderheiten nach kinderneurochirurgischen Eingriffen bestens vertraut. Das Team der Pädiatrischen Neurochirurgie ist in die Behandlung auf allen Intensivstationen fest integriert. Kinder/Jugendliche mit schwereren Schädel-Hirn-Verletzungen, nach Gehirnblutungen oder Reanimation werden primär auf der pädiatrischen Intensivstation behandelt. Die Nachsorge-Termine in den Ambulanzen Pädiatrische Neurochirurgie oder Neuropädiatrie werden in der Regel zum Entlassungstermin bereits festgelegt.

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